Mo Di Mi Do Fr Sa So 
00 00 00 00 00 00 01 
02 030405060708 
09 10 11121314 15 
16 17 18 192021 22 
23 24 25 26 27 28 29 
30 31 

Aktuelle Termine

CEE IEH-ARCHIV

#183, Januar 2011
#184, Februar 2011
#185, März 2011
#186, April 2011
#187, Mai 2011
#188, Juni 2011
#189, September 2011
#190, November 2011
#191, Dezember 2011

Aktuelles Heft

INHALT #188

Titelbild
Editorial
„You ain't fresh“
The Ocean
The Adicts
The Sounds
Austra
Erlaubt ist, was nicht stört
Boysetsfire
Cock Sparrer
Neurosis
Battles
Radale
2cl Sommerkino
electronic veranda
Das Filmriss Filmquiz
Halftime
Benefizdisco
Loud Fast & Noisy 6
Anzeigen

LINKS

Eigene Inhalte:
Facebook
Fotos (Flickr)
Tickets (TixforGigs)

Fremde Inhalte:
last.fm
Fotos (Flickr)
Videos (YouTube)
Videos (vimeo)

"Friction"-Tour:

The Ocean
The Ocean

Intronaut, Red Fang, Earthship

Ozeane sind ja bekannt für ihre mystischen Weiten, für ihre Geheimnisse und für ihre Schönheit. Kein Wunder, dass eine Berliner Band eben diesen Namen wählt: The Ocean.“, schreibt motor.de – Recht haben sie! The Ocean lassen sich nicht einfach von geläufigen Ufern begrenzen, da muss schon weiter raus geschwommen werden. Nicht umsonst kennt man die Band auch unter dem Namen The Ocean Collective, denn ursprünglich gab es keine feste Formation, die einfach über die Gitarrensaiten schrammeln, auf die Drums einkloppen und irgendwas ins Mikro grölen. Mit viel Gespür für Melodien werden auch klassische Elemente mit Instrumenten wie (Quer)Flöte, Posaune, Cello, Geigen, Klarinetten, ja, ganzen Orchestern gar eingebaut, zu hören bspw. auf dem zweiten (Instrumental-)Album (2003) „Fogdiver“ oder auf „Fluxion“ (2004), dem ersten Teil eines Konzeptalbums. „Aeolian“ (2005), der zweite Teil, ist härter. Hier treten die klassischen Instrumente eher in den Hintergrund, dafür konnte eine Reihe von Gastsängern verpflichtet werden. 2007 erschien ein weiteres Album des Kollektivs: „Precambrian“ – benannt nach dem Präkambrium, einem Zeitabschnitt in der Erdgeschichte(1); die Titel der Songs tragen Namen der im Präkambrium liegenden Perioden. Ein weiteres Konzeptalbum gab es (als Band) 2010: „Heliocentric“ und „Anthropocentric“. Die Zahl der Gastsänger wurde gegenüber den Vorgängeralben reduziert. Thematisiert wird die Aufrechterhaltung des geozentrischen Weltbildes und die des daraus abgeleiteten Anthropozentrismus`(2) durch christliche Fundamentalisten.
Ursprünglich kommt die Band aus Berlin, wo sie 2001 in den Kellerräumen einer ehemaligen Aluminiumfabrik aus dem Zweiten Weltkrieg Oceanland gründete. In diesem Komplex aus Probe-, Schlaf- und Studioräumen wurden bis 2007 alle Alben in Eigenregie aufgenommen. Eine feste Formation kristallisierte sich erst 2008 heraus, als Oceanland aufgeben werden musste. Da diese Formation nun hauptsächlich aus Schweizern besteht, verlagerte sich der Hauptsitz ins schweizerische La Chaux-de-Fonds.
Nach zahlreichen Konzerten und Kurztouren im In- und Ausland gewannen The Ocean im Dezember 2003 in Belgien den Bandwettbewerb für das Riotfest. Sie spielten auf zahlreichen Festivals wie dem Summer Breeze (Deutschland), Brutal Assault (Tschechien) und St. Feliu-Festival (Spanien), waren auf Tour mit Nasum, Cult of Luna und The Black Dahlia Murder und nun beehren sie am 6. Juni das Conne Island mit Intronaut, Red Fang und Earthship im Gepäck.

Es ist kein Zufall, dass letztere mit von der Partie sind, denn der einstige The-Ocean-Drummer Jan Oberg wagte für sein Projekt Earthship den Wechsel an Mikro und Gitarre. Der Sound wirkt vertraut, es lassen sich „oceanische“ Elemente erkennen, und doch ist die Mischung eigenständig. Earthship sind härter, mit Hang zum düsteren Rock, verlieren sich selten in progressiven Songstrukturen, klingen teilweise schroff und ungeschliffen. Die Gitarren sind schrill, der Gesang eher ein Schreien – eine herausfordernde Belastung der Nerven – Doom, Metal und Prog`n`Roll. The Ocean-Mastermind Robin Stapes hat hier auch seine Hände im Spiel, besser gesagt an den Saiten, betont jedoch, dass er nicht in den kreativen Prozess involviert ist und das Earthship-Debüt „Exit Eden“ das alleinige Geisteskind von Jan sei. „Insgesamt gesehen ist ‚Exit Eden` ein tolles Album und der erste sinnvolle, etwas andere deutsche Beitrag zum Thema Kylesa/Baroness/Torche/Howl/Black Tsuk und Konsorten. Freunde aller genannten Bands können ruhig mal einen kleinen Trip auf diesem Schiff buchen.“ (metalnews.de)

Anders als bei The Ocean, die schon gefühlte hundert Veröffentlichungen aufweisen können, gibt es wie bei Earthship auch bei den kalifornischen Intronaut noch nicht allzu viele Platten zu verzeichnen. 2006 erschien ihr erstes Album namens „Void“. Den Nachfolger „Prehistoricisms“ (2008) suchte man seltsamerweise vergeblich in den Europäischen Plattenläden. Doch glücklicherweise erkannte Century Media, dass die Post-Metaller selbst in Europa auf Interesse stoßen und veröffentlichte das Drittwerk „Valley Of Smoke“ auch hier – sogar mit einem Bonustrack („Vernon“). Gute Entscheidung, denn „Valley Of Smoke“ ist das interessanteste Album der Band, für das sie auch den Bassisten von Tool als Gastspieler gewinnen konnten. Mit einer psychedelischen Butalität, fesselnden Hooks und krassen unvorhersehbaren Tempowechseln zaubern INTRONAUT einen atmosphärischen Sound. Sie verbinden rauen Sludge Metal mit progressiven Metalstrukturen, oftmals werden sie in einem Zug mit Mastodon, Tool, Isis und Neurosis genannt – und sind doch irgendwie anders. Denn wieviele Metalbands gibt es, die Jazz in ihre Musik knüpfen?

Die vier Mitglieder von Red Fang spielten bereits in diversen anderen Bands, wollten aber gemeinsam den „einzig wahren Sound“ kreieren. Doch das Debüt erscheint lediglich als „eine Fingerübung, ein noch nicht zu Ende gereiftes Sammelsurium von Songs aus verschiedenen Quellen“ (visions.de). Das erste wirkliche, diesjährig erschienene Album „Murder The Mountains“ ist anders. Ein treibender Puls aus dröhnend-brummenden Stonergitarren und knackigem Schlagzeug scheint den vieren aus Portland immer gleichermaßen am Herzen zu liegen, mal schneller, mal langsamer, meistens aber irgendwo dazwischen. Ihre Riffs pendeln zwischen Black Sabbath, Baroness und Kyuss. Nicht nur Freunde des Stoner Metal kommen bei Red Fang auf ihre Kosten, sondern auch eingefleischte Rockfans.

So, nun sichert euch mal schnell einen Platz auf dem Friction-Tour-Schiff! Wir sehn uns auf der Insel!

w.

The Ocean

Anmerkungen

(1) Das Präkambrium: umfasst den Zeitraum von der Entstehung der Erde vor etwa 4,56 Milliarden Jahren bis zur Entwicklung der Tierwelt zu Beginn des Kambriums vor etwa 542 Millionen Jahren.

(2) Anthropozentrisch bedeutet, dass der Mensch sich selbst als den Mittelpunkt der weltlichen Realität versteht. Der Anthropozentrismus hat eine weltanschauliche, eine ethische und eine religiöse Komponente als Schnittpunkt.
Ein im Zusammenhang mit dem Anthropozentrismus verwendetes Sprichwort ist „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“.

 

22.05.2011
Conne Island, Koburger Str. 3, 04277 Leipzig
Tel.: 0341-3013028, Fax: 0341-3026503
info@conne-island.de, tickets@conne-island.de