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Alle Termine für Juni 2018

Café

Freitag, 01.06.2018, Einlass: 20:00 Uhr, Beginn: 21:00 Uhr

Blumfeld

Auf unseren Tickets hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen: dort wird als Veranstaltungstag "Montag, 01.06.2018" angegeben. Aber natürlich findet das Konzert am Freitag, 01.06.2018 statt.

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BLUMFELD - LOVE RIOTS REVUE 2018

Das Warten hat ein Ende. Die wichtigste Band ihrer Generation kehrt zurück.Als BLUMFELD am 16.12.2017 auf dem Düsseldorfer „Lieblingsplattenfestival“ in Originalbesetzung auftraten, war schnell klar, daß ihre Songs auch zehn Jahre nach Auflösung der Band nichts an Aktualität und Dringlichkeit verloren hatten. Mit Liedern wie „Ghettowelt“, „Zeittotschläger“, „Wohin mit dem Hass“ oder „Die Diktatur der Angepaßten“ trafen BLUMFELD an diesem Abend einmal mehr den Nerv der Zeit und es war überdeutlich wie schmerzlich das Publikum die Band um Sänger und Gitarrist Jochen Distelmeyer vermißt hatte. Am Ende des alle Beteiligten euphorisierenden Abends war der Entschluß gefasst, 2018 gemeinsam auf Tournee zu gehen und an neuen Stücken zu arbeiten. Mit ihrer LOVE RIOTS REVUE 2018 präsentieren BLUMFELD Songs ihres 20jährigen Schaffens zwischen Liebes- und Kriegserklärung.

siehe auch: blumfeld.de
Sonntag, 03.06.2018, Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr

Jimmy Eat World - ausverkauft

Die Show ist ausverkauft!

Jimmy Eat World
Turnover

“Integrity Blues The Tour”

Präsentiert von Visions, Fuze und VEVO.

siehe auch: jimmyeatworld.com, https://www.facebook.com/jimmyeatworld, https://www.facebook.com/turnoverva
Mittwoch, 06.06.2018, Einlass: 18:00 Uhr

Halftime

weekly hangout.

Freitag, 08.06.2018, Einlass: 19:00 Uhr

Vergessene Flüchtlinge. Die Vertreibung der Juden aus den arabischen Staaten nach 1948

Vortrag von Ralf Balke

Während seit 70 Jahren das Thema >Palästinensische Flüchtlinge< die Diskussionen über den Nahostkonflikt dominiert, ist eine zweite Gruppe von Menschen, die in diesen Jahren ihre Heimat verlassen musste, wenig präsent. Auch 850.000 Juden aus den arabischen Staaten wurden nach 1948 zu Flüchtlingen. Im Unterschied zu den Palästinensern war ihr unfreiwilliger Exodus jedoch total. In den ersten beiden Jahrzehnten nach der Gründung des Staates Israel verschwanden zwischen Marokko und dem Irak fast alle jüdischen Gemeinden. Dieser Prozeß war begleitet von Entrechtung und Enteignung. Und während die internationale Gemeinschaft seit 1950 viele Milliarden ausgab, um die Lebenssituation der Palästinenser zu verbessern, erhielten die jüdischen Flüchtlinge nie eine Unterstützung. Vor dem Hintergrund der politischen Veränderungen der vergangenen Jahre in der arabischen Welt werden nun zunehmend Stimmen laut, die eine Restitution sowie eine Anerkennung ihres Schicksals einfordern.

Dr. Ralf Balke,
Historiker, Buchautor, Researcher und Journalist unter anderem für Jüdische Allgemeine und Jungle World, Dissertationsthema: Die Landesgruppe der NSDAP in Palästina, lebt in Berlin und Tel Aviv

siehe auch: gegen-antizionismus.de


Sonntag, 10.06.2018, Einlass: 16:00 Uhr

Closer Sunday BBQ

Music by Closer Allstars


Montag, 11.06.2018, Einlass: 19:00 Uhr

»Vereinte Nationen gegen Israel« Wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert.

Buchvorstellung von Florian Markl & Alex Feuerherdt

Kein anderes Land steht bei den Vereinten Nationen derart am Pranger wie Israel. Die Unesco und der UN-Menschenrechtsrat beispielsweise haben den jüdischen Staat in ihren Resolutionen häufiger verurteilt als alle anderen Länder dieser Welt zusammen. Auch die Generalversammlung der Uno beschäftigt sich in ihren Diskussionen weitaus öfter mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten als etwa mit Syrien, Nordkorea oder dem Iran. Die UN-Frauenrechtskommission hat Israel unlängst als einziges Land für die Verletzung von Frauenrechten kritisiert, für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schädigt weltweit niemand die Gesundheit von Menschen und die Umwelt so stark wie der jüdische Staat. Und das sind nur einige wenige Beispiele von vielen. Ein Beschluss wie der UN-Teilungsplan von 1947, der die Grundlage für die Proklamation des Staates Israel bildete, wäre heute schlicht undenkbar.

Wie kommt es, dass sich der jüdische Staat derart im Visier der Vereinten Nationen und ihrer Untereinrichtungen befindet? Liegt das tatsächlich an Israel selbst – oder gibt es dafür womöglich ganz andere Gründe? Wie ist die Uno heute überhaupt aufgestellt, und worin unterscheidet sie sich von früheren Jahren? Welches Verständnis von den Menschenrechten herrscht bei ihren Mitgliedern vor?

Die Autoren:
Alex Feuerherdt ist freier Publizist und lebt in Köln. Er schreibt für verschiedene Print- und Online-Medien zu den Themen Israel, Nahost, Antisemitismus und Fußball, unter anderem für die Jüdische Allgemeine, n-tv.de, die Jungle World und Mena Watch in Wien. Außerdem ist er Betreiber des Blogs Lizas Welt.

Florian Markl ist Politikwissenschaftler und wissenschaftlicher Leiter von Mena Watch, einem unabhängigen Nahost-Thinktank in Wien. Publikationen u.a. zu den Themen Antisemitismus, Terrorismus und dem Nahen Osten.

siehe auch: gegen-antizionismus.de
Mittwoch, 13.06.2018, Einlass: 18:00 Uhr

Halftime

weekly hangout.

Sonntag, 17.06.2018, Einlass: 12:00 Uhr

B R U N C H

vegan–vegetarisch–fleisch

Montag, 18.06.2018, Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr

Modern Life Is War & Cro Mags

MODERN LIFE IS WAR
CRO MAGS
CULTURE ABUSE


Im August 2013 betraten Modern Life Is War zum ersten Mal nach ihrer fünfjährigen Abstinenz wieder eine Bühne und sorgten für absoluten Ausnahmezustand. Kurz darauf schoben sie ihr viertes Album „Fever Hunting“ nach und begannen auch wieder international zu touren. Die Band aus Iowa ist nicht nur eine der bekanntesten, sondern auch eine der einflussreichsten Post-Hardcore Bands der letzten Dekade. Ihre typischen, für Hardcore verdächtig aufgeräumten Beats und die hart geschrubbten Gitarren haben sie ebenso behalten wie ihr getriebenes, rastloses Inneres.

Cro-Mags hingegen prägten das Genre des New York Hardcore wie keine Band zuvor. Ihre Musik war härter, aggressiver und verarbeitete erstmals auch Metal-Elemente im Hardcore Punk der frühen Achtziger. Nach mehrmalig wechselnder Bandbesetzung und einigen sagenumwobenen Konflikten spielt die Band seit einigen Jahren wieder in fester Konstellation mit John Joseph, Mackie Jason, Craig Ahead und AJ Novello ihre aggressiven und energiegeladenen Live-Shows.

siehe auch: https://www.facebook.com/ModernLifeIsWarOfficial, https://www.facebook.com/Cro-Mags-28749578197
Mittwoch, 20.06.2018, Einlass: 18:00 Uhr

Feel Good Halftime

Majus Tropa (Mood/Inselklang)
Die Made und Das Dirn (Mood/Puffybar)
Picaro (Mood/Escape)
Pablo monto & msh. Islands

Mittwoch, 20.06.2018, Einlass: 19:00 Uhr

Offenes Antifa Treffen

Nicht in einer politischen Gruppe organisiert? Neu in der Stadt? Kein Bock auf Nazis? Probleme mit den Rechten? Aus Überzeugung gegen Rassismus und Faschismus?

In ganz Deutschland werden Unterkünfte für Geflüchtete attackiert und in Brand gesetzt, besonders häufig in Sachsen. Rassist*innen und Nazis marschieren Woche für Woche in den unterschiedlichsten Orten auf. Am Rande dieser rechten Veranstaltungen werden Menschen von Nazis und Rassist*innen immer wieder bedroht und angegriffen. Jenseits von unkoordinierten Interventionsversuchen ist kaum nennenswerter Widerstand sichtbar. Bürgerlichen Protest gibt es kaum bis nie, gleichzeitig werden die verbliebenen Gegendemonstrant*innen mit staatlicher Repression überzogen.

Es ist wichtig, sich zu vernetzen und Strukturen aufzubauen, um den Widerstand zu organisieren – nicht nur gegen Rassismus und Faschismus, sondern auch gegen Nationalismus, Sexismus, Homophobie und die kapitalistische Gesamtscheiße.

Du willst endlich was dagegen tun, wusstest bisher aber nicht wo, wie und mit wem? Dann komm zum Offenen Antifa Treffen (OAT).

Um 19 Uhr in der 1. Etage des Vorderhaus vom Conne Island (Koburger Str. 3, 04277 Leipzig)

siehe auch: offenesantifatreffen.blogsport.eu
Donnerstag, 21.06.2018, Einlass: 19:00 Uhr

Identitätskrise – Eine Vortragsreihe von HARP- Teil 1

Identitätskrise
Drei kritische Interventionen


Der Begriff der „Identität“ ist selbst identitär aufgeladen. Gilt er den einen als Gegenbegriff zu moderner Dekadenz und Sittenverfall, gilt er den anderen als Teufelszeug, das es rundherum abzulehnen gälte. Die einen sehen das Abendland in einer Identitätskrise versinken, die anderen erblicken in ihr die Chance eines postidentitären Aufbruchs. Auch von linker Seite wird das Konzept einer „Identitätspolitik“ von manchen als Werkzeug postmodernen Widerstands betrachtet, von anderen als Annäherung an rechte Identitätsverklärung kritisiert.

In drei Vorträgen will sich diese Reihe kritisch mit dem Konzept der „Identität“ vor dem Hintergrund des Erstarkens identitärer Bewegungen in der Region Leipzig und weltweit auseinandersetzen. Die gewählten Perspektiven sind dabei so vielfältig wie das Thema selbst. Am 21. 6. möchten Paul Stephan und Benjamin Kaiser jeweils eine Kritik am diesem Konzept mit dem Versuch verknüpfen, ein Gegenmodell dazu vorzuschlagen. Paul Stephan möchte in seinem Vortrag zu diesem Zweck den Begriff der Authentizität ins Spiel bringen und Thesen für eine anti-identitäre Bewegung zur Diskussion stellen. Benjamin Kaiser plädiert in seinem Vortrag mit Emmanuel Levinas für eine „Kleine Identität“ als Gegenmodell zu der „großen“ der Identitären Bewegung. Am 26. 6. nimmt Christian Niemeyer die Identitätskrise Friedrich Nietzsches nach der Wagnerära resp. den „Fall Nietzsche(s)“ zum Aufhänger für seine Antwort auf die Frage, warum da einer nicht wurde, wer er ist: Nietzsche.

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Paul Stephan:
Authentizität statt Identität
Thesen für eine anti-identitäre Bewegung


„Identität“ ist eine Schlüsselkategorie im Denken der Neusten Rechten. CSU, AfD und „Identitäre Bewegung“ eint, dass sie ihnen als Wert an sich gilt, den es um jeden Preis zu verteidigen gälte. Aber auch auf der linken Seite geht man vielfach davon aus, dass es irgendwie wichtig sei, identitäre Kollektive zu schaffen, um den Herrschenden im Kampf etwas entgegenzuhalten (die Identität der Schwulen, der Schwarzen, der Queeren, der Arbeiter …). Diese Identitäten werden stets von einem festen Panzer der Emotionalisierung flankiert. Dabei handelt es sich wesentlich um negative Emotionen wie Arroganz, Angst, Wut, Kränkung bis hin zum blanken Hass, die durch Abgrenzung und Abwertung das eigene Selbst sichern, das sonst zu diffundieren droht. Hinter der Trutzmauer trotziger Distinktion kann eine solche Identität bestenfalls zur Errichtung abgeschotteter safe spaces führen – in denen sich eine ursprüngliche kindliche Offenheit jedoch nur in einer defizitären, weil von der Außenwelt eben abgelösten, Form bewahren kann.

Auf der anderen Seite ist ein diffuses entleertes Selbst zu beobachten, das zu keinerlei Abgrenzung mehr fähig ist und tatsächlich handlungs- und denkunfähig wird. Seine Grundhaltung ist die Resignation, seine Ideologie – sofern es diese überhaupt noch in der Lage ist zu artikulieren – der Nihilismus. Willkommene Manövriermasse autoritärer Politiken. Leider wird dieser Typus auch von Seiten linker Theoriebildung oft als Gegenmodell zum „Wutbürger“ geradezu heraufbeschworen.

Wie ließe sich demgegenüber auf individueller wie kollektiver Ebene eine Subjektivität denken, die weder in wütender Kränkung verharrt noch jede Eigenheit aufgibt? Hier wäre der von pro-nihilistischer Seite her in Verruf geratene Begriff der Authentizität ins Spiel zu bringen, der genau eine geöffnete Identität beschreibt, die sich primär bejahend und nicht verneinend definiert. Eine solche Identität zeigt sich etwa auf kollektiver Ebene in Verhältnissen der Liebe und Freundschaft, sie basiert auf positiven Emotionen wie Mut, Stolz und Mitgefühl.

Gefühle können nicht verordnet werden und totalitär wäre erst recht eine staatliche oder parastaatliche Psychopolitik. Wenn negative Emotionen zudem einfach nur unterdrückt werden, steigern sie sich erst recht ins Wahnhafte. Doch die Gesellschaft kann und sollte darauf hinarbeiten, seelische Verletzungen zu minimieren und positive Emotionen zu fördern, um den Aufstieg der identitären Bewegungen bereits im Ansatz zu bekämpfen. Es gibt nur einen Weg, die Hydra zu bezwingen …

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Benjamin Kaiser:
Für eine Kleine Identität
Philosophisch-ethische Gegendarstellung gegen die großen Identitäten der identitären Bewegung


Die Identität, der sich die identitäre Bewegung verschrieben hat, krankt an ihrer eigenen Größe: So definieren sie Identität als eine ethnokulturelle, die sich wiederum als ein Stufenmodell von regionaler, nationaler und zivilisatorischer Identität manifestiere. Der einzelne Mensch ist letztlich nur Träger der Summe all dieser identitätsstiftender kollektiver Identitäten und steht am Ende dieser Deduktion.

Anhand der Alteritätsethik von Emmanuel Levinas soll hier hingegen ein Plädoyer für eine Kleine Identität gegeben werden. Identität gibt es für Levinas nur vor allen historischen, kulturellen und ethnischen Zuschreibungen, sie ist der aus sich selbst heraus gelebte Egoismus des Einzelnen in seiner jeweiligen leiblichen Zentriertheit, dasjenige, wo das Selbe mit sich selbst identisch ist. Identität muss sich nicht erst bilden, man hat sie. Erst durch den Standpunkt der Kleinen Identität wird eine Ethik möglich, in dem die Anderen nicht „in die Wahrnehmung eines ‚Wir‘ eingeschlossen“ (Website der iB) werden müssen. Ganz im Gegenteil, die Anderen bekommen dasselbe Recht zugesprochen wie das Selbe: eine Identität zu haben, die niemand an ihrer statt zu leben, und erst recht nicht zu beanspruchen vermag.



siehe auch: harp.tf/2018/10/05/identitaetskrise-eine-vortragsreihe-in-leipzig-am-21-26-6-2018
Freitag, 22.06.2018, Einlass: 20:00 Uhr

Kann Garden 2018

Kann Garden goes Gewächshaus! Bad News but Good News. Morgen Nacht wird’s arschkalt und deshalb verlegen wir den Garten ganz vernünftig nach Innen. So wird der Saal so gut es geht in den Freisitz verwandelt und ihr könnt die Winterjacken zu Hause lassen. Alles wie Immer also, ausser dass wir Alle reingehen!
Aus dem Kann Garden 2018 wird das Kann Greenhouse! Wir freuen uns. Bis Morgen!


DJs:
- Manamana
- Map.ache
- Bender

House - BBQ - Drinks - People - Sun

siehe auch: kann-records.com, https://soundcloud.com/kann
Sonntag, 24.06.2018, Einlass: 14:00 Uhr, Beginn: 15:00 Uhr

Punk Matinee Bowlette

ZEN MOB
COLD LEATHER
A9
MIAMI DEATH 2
DARK TIMES

- bring your friends and family -

siehe auch: https://zenmob.bandcamp.com/releases, https://darktimes.bandcamp.com, https://coldleather.bandcamp.com
Dienstag, 26.06.2018, Einlass: 19:00 Uhr

Identitätskrise – Eine Vortragsreihe von HARP- Teil 2

Identitätskrise
Drei kritische Interventionen


Der Begriff der „Identität“ ist selbst identitär aufgeladen. Gilt er den einen als Gegenbegriff zu moderner Dekadenz und Sittenverfall, gilt er den anderen als Teufelszeug, das es rundherum abzulehnen gälte. Die einen sehen das Abendland in einer Identitätskrise versinken, die anderen erblicken in ihr die Chance eines postidentitären Aufbruchs. Auch von linker Seite wird das Konzept einer „Identitätspolitik“ von manchen als Werkzeug postmodernen Widerstands betrachtet, von anderen als Annäherung an rechte Identitätsverklärung kritisiert.

In drei Vorträgen will sich diese Reihe kritisch mit dem Konzept der „Identität“ vor dem Hintergrund des Erstarkens identitärer Bewegungen in der Region Leipzig und weltweit auseinandersetzen. Die gewählten Perspektiven sind dabei so vielfältig wie das Thema selbst. Am 21. 6. möchten Paul Stephan und Benjamin Kaiser jeweils eine Kritik am diesem Konzept mit dem Versuch verknüpfen, ein Gegenmodell dazu vorzuschlagen. Paul Stephan möchte in seinem Vortrag zu diesem Zweck den Begriff der Authentizität ins Spiel bringen und Thesen für eine anti-identitäre Bewegung zur Diskussion stellen. Benjamin Kaiser plädiert in seinem Vortrag mit Emmanuel Levinas für eine „Kleine Identität“ als Gegenmodell zu der „großen“ der Identitären Bewegung. Am 26. 6. nimmt Christian Niemeyer die Identitätskrise Friedrich Nietzsches nach der Wagnerära resp. den „Fall Nietzsche(s)“ zum Aufhänger für seine Antwort auf die Frage, warum da einer nicht wurde, wer er ist: Nietzsche.

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Christian Niemeyer:
Der Fall Nietzsche(s), oder: Warum da jemand nicht wurde, wer er ist: Nietzsche


Identität ist das – in psychotischen Episoden schwindende – Wissen darum, wer man ist und was man will. Das Erstere stellt sich in der Regel im Alter von vier oder fünf Jahren ein. Ich – wer über Identität reden will, darf mit Vokabeln wie dieser beginnen – jedenfalls kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich eines Tages, in etwa in diesem Alter, auf einmal staunend des Umstandes gewahr wurde, dass ich Ich war – und nicht irgendjemand anderes. Ich kann mich allerdings gleichfalls noch gut daran erinnern – ich muss zwölf oder dreizehn gewesen sein –, wie und unter welchen Umständen ich im Begriff stand, mir oder dem, was mir über mich gesichert schien, untreu zu werden: Das Telefon hatte geklingelt – und ich sollte dem Anrufer wahrheitswidrig und insoweit zu meiner stillen Empörung versichern, mein Vater, der offenbar Anlass hatte, den Anruf eines sich beschwerenden Kunden zu erwarten, sei noch nicht zu Hause. Gewiss, später, im gleichsam gesellschaftsfähigen Alter, erledigt man derartige Verleugnungsleistungen routiniert – wie beispielsweise der neunundzwanzigjährige Nietzsche in seinem Schlüsseltext Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne (1873) ausführlich und zugleich letztlich laut klagend erläuterte – klagend, weil ihm auf dem Höhepunkt seiner Wagner-Idolatrie keineswegs entgangen war, dass für ihn, den Erwachsenen, die Welt des Kindes, die Welt des Spiels und der Unschuld des Werdens und der Nicht-Verstellung, endgültig verloren schien zugunsten des verachtenswerten Agierens auf einem unwirtlichen Planeten voller Lüge und Trug, auf den man sich im eigenen Interesse voller Vorsicht und Klugheit zu bewegen hat, alle Zeit bereit, sich selbst zu verleugnen. Verzweifelt sann Nietzsche ab da an nach einem Ausweg, um seinem eigenen Vorsatz aus Schopenhauer als Erzieher (1874) wieder Geltung zu verschaffen: „[S]ei du selbst! Das bist du alles nicht, was du jetzt thust, meinst, begehrst.“ (I: 338) Wie man weiß oder zumindest als Nietzscheforscher wissen sollte: Nietzsche fand diesen Ausweg nicht, musste über sich selbst das Unheil sich vollziehen sehen in Gestalt des schrecklichen Bannrufs aus Morgenröthe (1881): „[D]u wirst gethan! In jedem Augenblick!“ (III: 115)

Damit ist, in etwa, der Auftrag benannt, den der Vortrag Folge zu leisten versucht: Ist – so könnte man vielleicht auch fragen – Identität und damit Nicht-Entfremdung ein unrettbar verlorenes Projekt aus fernen Tagen der Kindheit, als man Vokabeln wie ‚Wahrheit‘, ‚Offenheit‘, ‚Gerechtigkeit‘, ‚Fairness‘ und ‚Mut‘ noch wie Heiligtümern huldigte? Oder gibt es noch Hoffnung – Hoffnung auf moralisches Agieren auch von Erwachsenen, Hoffnung auch, sich selbst am Ende unter dem Müllhaufen der eigenen Erfahrungen als ein Wesen herauszerren zu können, dass auch wirklich wollte, was in der Folge geschah? Fragen wie diese möchte ich anhand eines Falles diskutieren: dem Fall Nietzsche(s) – wobei der Klammerausdruck schon andeuten soll, dass es auch um den Fall Nietzsches im Sinne eines Krankheitsfalls zu tun ist, unter Einschluss des höchsten wohl vorstellbaren Verlustes von Identität, sich zur Anzeige bringend in dem den Bereich der Psychose streifenden Gefühl, dass man getan wird und in Zukunft immer stärker getan werden wird.


siehe auch: harp.tf/2018/10/05/identitaetskrise-eine-vortragsreihe-in-leipzig-am-21-26-6-2018
Mittwoch, 27.06.2018, Einlass: 18:00 Uhr

Halftime × G-Edit

Buzy A
Fresh Green
Carool

Donnerstag, 28.06.2018, Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr

Boysetsfire

Boysetsfire

Support:
Silverstein
Higher Power

siehe auch: boysetsfire.net, silversteinmusic.com, https://higherpowerleeds.bandcamp.com


Samstag, 30.06.2018, Einlass: 20:30 Uhr

2cl–Sommerkino: Alien

Ridley Scott, GBR 1979, mit Sigourney Weaver, Tom Skerritt, Harry Dean Stanton, Veronica
Cartwright, Science Fiction, 117 min, OmU

A L I E N
ist unser Auftakt zum 2cl Sommerkino auf Conne Island 2018!
Zum famosen Eröffnungsgeschehen erwarten euch mindestens ein Special Guest plus wohl
mundende Cocktails zur Geschmacksbildung.
Sigourney Weaver und wir freuen uns auf euch!
Die Besatzung des Weltraumfrachters Nostromo – darunter auch die dritte Offizierin Ellen Ripley –
befindet sich im künstlichen Tiefschlaf. Plötzlich empfängt ihr Schiff ein SOS-Signal. Der
Bordcomputer weckt daraufhin die Mannschaft, die der Hilferuf wenig später auf einen unwirtlichen
Planeten führt. Dabei entdeckt die Crew das Wrack eines außerirdischen Raumschiffs. Ein
Crewmitglied wird dabei von einem Alien angegriffen, das sich auf seinem Gesicht festsaugt. Dem
Schiffsarzt Ash gelingt zwar die Entfernung des fremden Organismus, doch das außerirdische
Wesen ist damit längst nicht besiegt. In der Enge des Raumfrachters beginnt ein Kampf ums
Überleben, bei der Feind nahezu unsichtbar, heimtückisch und äußerst tödlich ist ...

siehe auch: cinematheque-leipzig.de

24.09.2018
Conne Island, Koburger Str. 3, 04277 Leipzig
Tel.: 0341-3013028, Fax: 0341-3026503
info@conne-island.de, tickets@conne-island.de