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Termin: 21.04.2020

Café

VVK: 12,00 Euro
Preis inkl. 50cent Spende zur Bildungsoffensive

Dienstag, 21.04.2020, Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr

Erregung Öffentlicher Erregung / Soda Sonic

H.P. Baxxter hat über Erregung Öffentlicher Erregung einmal gesagt: „EÖE kommen mit einemungewöhnlichen Namen und einem erfrischend melancholisch-energetischen Sound daher […]. Hier wirdkein Trost gespendet und mit leeren Inhalten verkleidet. Mich persönlich erinnert die Musik an meine Jugend, als es noch völlig normal war, seine Wut musikalisch zum Ausdruck zu bringen, eine klare Meinung zu äußern und gegen den Strom zu schwimmen. Ich denke an Bands wie Ideal und Fehlfarben, an verranzte Kellerclubs, infernalischen Lärm – das Wort Lautstärkebegrenzung gab es noch nicht – und deshalb freut es mich, dass es neue Bands wie diese hier gibt.“ Man kann dem Scooter-Frontmann nur recht geben: Es ist
ein großes Glück, dass es diese Band gibt. Erregung Öffentlicher Erregung sollte jeder kennen, der sich für
deutschsprachige Musik interessiert und beim Wort Messer nicht direkt an Gabel denkt.
Die Ruinen von Berlin: die Wasserstofflaternen auf der Sonnenallee leuchten grell, in den Galerien wird
Bier in Dosen verkauft. Der Asphalt glüht. Die Menschen beeilen sich nach Hause zu kommen, über ihren Köpfen fliegen die schwarzen Lieferdrohnen, die ihnen die wöchentlichen Rationen durch die automatisierten Küchenfenster in die Wohnungen bringen. In einer halben Stunde beginnt die tägliche
Sperrstunde. Aus den Verkehrsleitlautsprechern dröhnt Musik: „Mach mal ne Pause / warte mal kurz“. Der Bass treibt und wummert. Das ist nun also das Zeichen: Die Revolution ist da.
Anja Kasten (Gesang), Michael Schmid (Schlagzeug), Michael Hager (Gitarre), Laurens Bauer (Bass) und Philipp Tögel (Synthesizer) sind selten gemeinsam an einem Ort; ein Teil der Band lebt in Berlin, der andere Teil in Hamburg. Aber wenn sie Musik machen, dann sind sie sehr an einem Ort. Einem Ort, den es sich zu besuchen lohnt: Erregung Öffentlicher Erregung zitieren sich freigeistig durch die Geschichte der
subversiven Gitarrenmusik: Post-Punk trifft auf Anleihen bei Sonic Youth, krautige Beats auf sphärische Instrumentals. „EÖE“ ist ein trippiges Album, dem der Sound der Bundesrepublik der frühen 80er als Ausgangspunkt für eine Transformation ins 21. Jahrhundert dient. Ideal trifft die Neubauten zum Malaria- Tabletten nehmen.
Die Songs heißen „Kacke in der Jacke“, „Blaue Zähne“ oder „Kein Bock auf Frühstück“. Es geht um Selbstentfremdung, um den Kater, darum nicht mehr Anfang 20 zu sein und trotzdem nicht zu wissen, wie das eigene Leben weitergeht. Um Selbstentfremdung, um Zigaretten, Langeweile und die Nacht. Produziert hat „EÖE“ das Duo Balayage, aufgenommen wurde das Album in den Watt’n Sound Studios in Schleswig-Holstein.

Ein Schluck „soda sonic“ geht runter wie 90ger grunge-psych-post-punk.
Das Trio fand sich in Berlin zusammen, angefangen in klassischer gitarrebassschlagzeug Besetzung - wird jetzt der Bass aus der Signalkette der Rythmussgitarre abgezweigt. Hiermit gelingt die synthetische Würze von „soda sonic“. Kribbelt im Hals und steigt in den Kopf - na come on, take a sip!

18.02.2020
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