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Termin: 24.05.2019

Café

Freitag, 24.05.2019, Einlass: 20:00 Uhr, Beginn: 21:00 Uhr

Escape-ism / Lassie

Escape-ism (Washington, D.C.)
Escape-ism ist Ian Svenonius solo (The Make Up, Chain & The Gang, Nation of Ulysses) Der Performer, Autor und Filmemacher Ian Svenonius hat als ESCAPE-ISM mit "The Lost Record" sein zweites Solo-Album veröffentlicht. "Ian Svenonius singt so schön trostlose Songs, die gleichermaßen in Herz und Geschlechtsteile knallen. Neben Jon Spencer ist Svenonius auch noch einer der bestgekleideten und aussehenden Performer unter den offensichtlichen James-Brown-Fans seiner Generation. Nach knapp 30 Jahren Schaffen haut der Typ nun ein minimalistisch-düsteres Solodebüt raus, das neben Garagen-Soul zu jeder Sekunde den peitschenden, brutal kargen New- und No Wave von Suicide atmet. Drumbox, Fuzz-Gitarre, Bass, Kassettenspieler, Saxofon und Svenonius’ Singen, Sprechen, Klagen, Jauchzen, Kreischen, Schreien machen klar, dass hier eine Menge echt nicht in Ordnung ist. Mit voller Wucht knallen die Songs direkt in Herz und Geschlechtsteile, das Hirn kann man zu Hause lassen oder zu Svenonius rüberwerfen – und dann tanzen, tanzen, tanzen."

Lassie
Sie sind beängstigend, sie sind wütend, ist Lassie echt? Oder ist es eine Fantasie?
Zu seltsam für die Menge, die den Theaterunterricht besucht hat und ungestüm und lustig für die Kids, die immer im Kunstraum rumhingen. Sie sind vielleicht nicht hip mit der coolsten und neuesten Musik da draußen, aber alles, was sie mögen, war ein wenig seltsam und wurde normalerweise mit einer lächerlich lauten Lautstärke gehört.
Garage-Punk aus Leipzig

siehe auch: https://escape-ism.bandcamp.com, https://lasssie.bandcamp.com/album/yes-like-the-dawg, https://escape-ism.bandcamp.com/album/the-lost-record-2
Escape-Ism / Lassie

Es ist kaum ein Jahr her, da stand er zuletzt wahrhaftig und in voller Pracht auf der Bühne des Eiskellers: Talkmaster1, Schlaghosenpunk und Vorsitzender des Rock’n’Roll-Comintern, Ian Svenonius. Svenonius präsentiert seit drei Dekaden Agitprop auf der Höhe der Produktivkräfte. Seine vielen musikalischen Projekte beruhen alle auf dem gleichen Rezept: Energetischer, manchmal lasziv gehauchter Gesang, Call-and-Response, ›Ohs‹ und ›Uhs‹ und ›Ahs‹, immer darauf ausgerichtet, eine radikale, vom Situationismus inspirierte Agenda zu verbreiten (unfreiwillige Kontakte mit dem FBI inklusive). Dazu ein stets neues musikalisches Gewand, luzid ausgewählt aus der breiten Palette der Pop-Geschichte und klar orientiert am Primat der Coolness. Was bei anderen jedoch zur Farce wird, ist hier Prädikat. Der Weltgeist des guten Geschmacks verwirklicht sich in seinem Schaffen scheinbar mühelos. Ging es bei Nation of Ulysses noch um spät-80er-Dischord-Hardcore, zogen mit The Make-Up der Funk und die Sexyness in die Punkerschuppen ein. Chain & The Gang, mit denen Svenonius das Island im letzten Jahr besuchte, waren dagegen klar von Post- und Garage-Punk inspiriert. Den nächsten großen Sprung nach vorn leitet jetzt das Projekt Escape-Ism ein, benannt nach einem Song von James Brown. Tongebend sind diesmal Drumcomputer und Synthesizer, verzerrt, kaputt und punkig gespielt. Das Ganze erinnert stark an Suicide oder die Silver Apples. Ansonsten bleibt alles beim Alten: Svenonius haucht und kreischt, interessiert sich nur teilweise für den Takt und besingt unter anderem den Eisernen Vorhang. Als Premium-Performer entfaltet sich seine Kunst ohnehin erst live und in Farbe, wenn er krautige Passagen für einen Abstecher ins Publikum nutzt oder selbiges zum Gospel-Gesang auffordert. Svenonius zielt dabei auf nicht weniger als völlige Ekstase im Publikum, wildes Geschrei und spontane Schweißausbrüche. Eröffnet wird das Konzert von einer sehr guten Leipziger Punkband, benannt nach Lassie, dem Hund. Auf schepperndem Garage-Punk-Fundament tobt sich die Combo schamlos mit Nonsense-Texten und Synthesizer aus, was den Sound zielsicher in Richtung Weirdness verschiebt. Dass das ganz nach dem Geschmack des Conne Island ist, versteht sich von selbst und so fühlt euch recht herzlich eingeladen zu diesem energiegeladenen Konzertabend an einem Freitag im Mai.

Christopher Sprelzner



[aus dem CEE IEH #257]

13.05.2019
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