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Termin: 03.02.2015

Café

Dienstag, 03.02.2015, Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr

Curse - Uns Tour 2015

Curse

- präsentiert von: Juice, Vevo, SplashMag, laut.de -

siehe auch: curse.de, https://www.facebook.com/curseofficial
Curse

Eines ist sicher, so wie das Amen in der Kirche – wir wissen nichts. Nicht einmal, wer er ist. Seine Identität scheint uns ähnlich verborgen zu bleiben, wie seine Herkunft. Einzig und allein sein Exposé tut er kund. Und das reicht auf den ersten Blick gerade für einen Sendeplatz neben den schönsten Bahnstrecken Europas. Philosophy And Storm
Von der philosophischen Lehre der Wirklichkeitsbestimmung durch zwei entgegengesetzte Grundlagen weit entfernt, gehört es mittlerweile schon zum know-how der Rapgesetze seine Person teurer zu verkaufen als es der Markt überhaupt hergibt. Den Tatbestand des Wuchers objektiv wie subjektiv vorschriftsmäßig verwirklichend werden allzu oft gar abstruse Theorien aus der Versenkung hervor geholt um nur irgend eine Besonderheit gängiger Interpreten im Gleichklang mit ihren zu denunzierenden Kollegen der Beweisaufnahme zugängig zu machen. Vorliegend wird ganz ungeniert vom Prinzip des Dualismus geplaudert, so als ob es sich um die tägliche Prozedur des Zähneputzens handeln würde. Metaphernreichtum soll dem Philosophen des neuen Millenium desweiteren eine Zukunft versprechen wie sie nicht einmal Hegel, Kant und Schopenhauer gemeinsam zu träumen wagten. Dualismus bedeutet nun aber nichtsdestotrotz etwas mehr als kooperative Worte wie Feuer und Wasser, Liebe und Hass oder Licht und Schatten ans Mikrophon weiterzugeben. Im Fall der Einteilung von Frauen in Ischen und Fotzen sowieso. Auf politische Grundsätze zurückgeführt würde daher das konfliktreiche Nebeneinander zweier Kräfte in einem System dem Genre etwas besser zu Gesicht stehen. Die beiden Duellanten könnten somit nach Belieben ausgesucht und definiert werden. Doch wer sich auf Ebenen eines Platon begibt, muß neben einschlägigen Zitaten aus der Bibel eben auch das gegensätzliche Prinzip im Weltgeschehen bezeichnen. Daß es daran mangelt, ist kein Geheimnis. Wem schon das Vereinen von Geist und Materie schwer fällt, wird mit einer Definition von Gut und Böse Spott ernten. Von Gott und der Welt. Denn der religiöse Glaube an einen bösen und einen guten Geist wird den Sprung in hiesige Charttabellen wohl eher bremsen als einer Beschleunigung aussetzen. Denn diese ist, wie hinlänglich bekannt, Kraft geteilt durch Masse. Die optimalste Voraussetzung beider physikalischen Größen im Verlauf der umgekehrten Proportionalität läßt sich mit den schwerbeladenen kraftlosen Heroen im Biz, wie zu sagen gepflegt wird, nicht fixieren. Es sei denn, man ist wie der große Unbekannte Verfechter der Quantentheorie. Dieser folgend gehen Zustandsänderungen in Atomen und Molekülen nicht stetig, sondern sprunghaft vor sich. Mit dieser fundamentalen Annahme würden selbst »all die Kriechtiere im HipHop« überholt werden. Die einst von Planck entwickelte Theorie von der Hohlraumstrahlung läßt berechtigte Rückschlüsse auf den deutschen Rap-Mikrokosmos zu. So soll zumindest beim Übergang eines Atoms, hier setzen wir sinnbildlich die Absoluten Beginner ein, von einem Energiezustand in den anderen stets ein gewisser, aber man höre und staune, nur endlicher Energiebetrag abgegeben oder aufgenommen werden. Man beachte nur den Anspruch und die Wirklichkeit dieser einst hochgelobten pseudoanarchisten Band, die vielleicht irgendwie, irgendwo und irgendwann verlorengegangene Energie aufnimmt, um sich fortan einer universellen Naturkonstante, dem Plankschen Wirkungsquantum zu bedienen. Der Welt des Kleinen im Gegensatz zum Makrokosmos, besonders dem Mensch und seiner Innenwelt, gelang es, eine vollständige Theorie aufzustellen. Getragen vom Atombau, dem lichtelektrischen Effekt, dem Verhalten der Körper bei tiefen Temperaturen und den Erscheinungen der Fluoreszenz und Phosphoreszenz. Doch dies hat eben nichts mit »textlichem Tiefgang« und »Opium fürs Volk« gemein, beruht vielmehr auf wissenschaftlichen Grundlagen, dessen Ergebnisse meist nur sehr schwerlich mit kultureller Augenwischerei vereinbar sind. Der abgedroschenen Bauernweisheit »Probieren geht über Studieren« unterlegen, dürfte sich auch kaum die »für alle Lebewesen essentiellste Frage nach Leben und Tod« gleichermaßen stellen. Welch andere Daseinsform von organischer Materie, die sich in körperlichen Stoffwechsel, Wachstum und Fortpflanzung kundtut, sei auch nur fähig, diese zu formulieren, sich gar darüber in Gedanken zu verlieren. Einzig und allein der Mensch, dessen Privileg, die schöpferische, zielbewußte geistige Tätigkeit, solch Exkursionen erst zuläßt. Die Essenz dieser Frage sei dahingestellt. Ihre Antwort nicht. Anfang und Ende können nicht außerhalb eines jeden gesucht werden, vielmehr muß dies in uns selbst geschehen. Dies lehrt allein die Unterscheidung der Erscheinung vom »Ding an sich« (Kant). Zwischen den Dingen und uns steht der Intellekt, weshalb sie nicht nach dem, was sie selbst sein können, erkannt werden. Und allein deswegen sind auch die zehn, von Curse aufgestellten, Rapgesetze kein Manifest, denn ihren Charakter als Kundgebung noch wohlwollend hinnehmend sind sie bei weitem keine öffentliche Erklärung auf Grundlage einer Darlegung von Grundsätzen oder Programmen, die das Erkennbarwerden einer Revolution gesellschaftlicher Strukturen mit Hilfe von Doktrinen innehat. Der Sturm bleibt aus, Schlußstriche werden gezogen und wer noch Fragen hat, stellt sie besser nicht.
        
[Teewald]

[Ankündigung aus dem CEE IEH #48 – Oktober 1998]



[aus dem CEE IEH #220]

03.02.2015
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