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ĄDas Allerletzte"

Das Dissing der FC St. Pauli-Fankultur strotzt nur so vor Widersprüchen. Eine Erwiderung auf Ralf.
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„Hände weg vom FC St. Pauli!“ schreibt der Ralf als Überschrift im letzten Cee Ieh. Und die Erkennungsmerkmale der zugehörigen Fans liefert er gleich dazu: „Dreadlocks dick wie Haschtüten oder eine Kurzhaarfrisur a’ la Zeitgeist.“„lieber Hände weg“ mahnt er noch mal zum Schluß.
Warum? Der St.Pauli-Fan „stilisiert sich selbst zum Daueropfer der Gewalt“, weiß Ralf. Obwohl ein anderer Ralf im letzten Cee Ieh
Ralf, 5.4k der andere Ralf
selber „gar nicht wußte“, „wo“ man „zuerst hinfahren sollte“, um „Strukturen, Privatsphären und Menschenleben von Linken, Flüchtlingen oder anderen Nicht-Deutschen zu schützen“.
Aber der zeitgemäße Ralf weiß: „Insbesondere wollten sie [die alten St.Pauli-Fans] eine andere Fankultur als die rassistische und vulgär-sexistisch untersetzte, die in deutschen und europäischen Stadien weit verbreitet ist. [...] Allerdings stellt sich diese Fankultur mittlerweile als eine intelligentere Kopie der tiefsten 70er Jahre Kuttenkultur dar.“ Also Fans, die „mittlerweile“ nicht „rassistisch und vulgär-sexistisch“ sind, taugen nur noch „zu einer intelligenten Kopie der 70er-Jahre Kutten-Träger“, und das ist „unzeitgemäß, weil weder links noch für die Dritte Halbzeit“. Was dann „links“ ist, erklärt der zeitgemäße Ralf nicht, dafür aber die dritte Halbzeit: „Ohne weiteres läßt sich feststellen, daß die Fans des BFC Dynamo – allesamt der Dritten Halbzeit jederzeit zugeneigt – x-mal mehr an zeitgemässer Fankultur repräsentieren.“ Wenn „die Fans des BFC-Dynamo“ zu einer „rassistisch und vulgär-sexistisch untersetzt[en] Fankultur“ zählen, „die in deutschen und europäischen Stadien weit verbreitet ist“ (s.o.), ist „die dritte Halbzeit“ allemal „zeitgemäß“.
Was nicht mehr zeitgemäß links ist, weiß dann zum Glück der andere Ralf: „Es ging zu Großteilen um männerdominierte machomäßige Klopperei, die kaum weitergehende politische Motive aufwies, außer daß einem Nazi ‘n paar auf’s Maul gehört.“ Dieser andere Ralf würde zur dritten Halbzeit also konstatieren: Wenn es nicht mal mehr darum geht, „daß einem Nazi ’n paar auf’s Maul gehört“, dann ist es nur noch „männerdominierte machomäßige Klopperrei“.
Und noch ein Wort zu St.Pauli und dem Roten Stern Leipzig vom zeitgemäßen Ralf: „Allerdings stellt sich diese Fankultur [St.Pauli] mittlerweile als eine intelligentere Kopie der tiefsten 70er Jahre Kuttenkultur dar [...] Der entscheidende Unterschied zu den Kutten-Tieren der 70er besteht lediglich in der Länge der Haare. [...] Ein Produkt und billiger Abklatsch findet sich auch hiesig mit dem Roten Stern Leipzig.“ Wenn „die Länge der Haare“ „der entscheidende Unterschied“ „zu den Kutten-Tieren“ ist, dann bleibt „dem Roten Stern“-Fan als „Produkt und billiger Abklatsch“ vielleicht noch die
Ralf, 11.8k der zeitgemäße Ralf
Ralfsche Zuordnung zum Tierreich.
Mein Fußballtrainer in der Jugend bei Chemie hat mir mal nach einer Auswechlung doppeldeutig gesagt: „Linksaußen – ganz draußen“. Aber der zeitgemäße Ralf will wahrscheinlich endlich wieder „mitten im Leben“ (Cee Ieh Nr. 52, S.25) stehen.
Da freu ich mich doch lieber über den anderen Ralf, wenn er nach vorne schaut:
Es „läßt sich konstatieren, daß die tendenziell stark zunehmende Antifa-Orientierung auf eigene linke und linksradikale Inhalte und Aktionen genau der richtige Weg ist, um Nazis wie Staat Paroli zu bieten. Packen wir es an!“
Und dazu gibt der zeitgemäße Ralf uns Linken doch noch einen Tipp: „Die Dritte Halbzeit ist ihnen [den St.Pauli-Fans] ein rotes Tuch, die sie uns dann als linke rote Fahne andrehen wollen.“
Laßt Euch also „die dritte Halbzeit“ niemals „als rote Fahne andrehen.“
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last modified: 28.3.2007