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das letzte, 1.8k

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Die taz hat ein neues Layout, sehr stark an das der Jungen Freiheit angelehnt. Und auch neue Rubriken soll es geben. So zum Beispiel die hier:
„Kapitalismus als Chance – Anlagen mit Sinn und Profit.
Wie werde ich reich und behalte mein gutes Gewissen? Ab heute und immer montags wird die taz auf einer eigenen Seite über Möglichkeiten informieren, Geld gewinnbringend so anzulegen, daß die großen Ideale nicht über Bord gehen.“
Bitte, bitte, bitte berichtet nie über
„die großen Ideale“.
Wenn doch, vermute ich mal, daß die so groß sind, daß das
„gute Gewissen die Ideale“
mit der Lupe suchen läßt.
Und zwar
„immer montags auf einer eigenen Seite“.

Auch Gregor goes taz. In einem Brief teilt er der PDS mit, es müsse jetzt mit diesem linken Gesabbel innerhalb der PDS mal endgültig schluß sein:
„Eine gewisse Hinwendung, an die Stelle von Analyse, des Suchens nach Antworten, des Aufstellens von Prinzipien bequeme Dogmen zu setzen, um sich mit den Realitäten des Lebens nicht auseinandersetzen zu müssen, ist festzustellen. Und wenn jemand Verantwortung in einer Partei trägt und solche Feststellungen macht, ist er nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet, auf sie hinzuweisen.“
Der Gregor-ianische Abgesang schnalzt mit der Zunge. Die Macht ist nah und dann das:
„Eine gewisse Hinwendung“
wird da ausgemacht, die sich bei näherer Betrachtung allerdings als etwas entpuppt, was
„sich (nicht) mit den Realitäten des Lebens (...) auseinandersetzen“
will. Warum also das? Es geht nicht etwa um Parteisäuberung. Nein. Es geht um den sozialdemokratischen Persilschein, den die Partei sich nun mal nicht selbst ausstellen kann, sondern nur SPD und Grüne.

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PDS-Workshop - den Kapitalismus aufkaufen statt aufheben, 4.8k

"Bequeme Dogmen, um sich mit den Realitäten des Lebens nicht auseinandersetzen zu müssen" Neues Deutschland v. 13.03.2000

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Zwei LVZ-Meldungen vom 28. Februar 2000 – untereinander plaziert:
Die erste:
„Nach einem verbalen Streit lieferten sich gestern Morgen gegen 7.45 Uhr vor dem Schauspielhaus in der Bosestraße zwei Armenier und ein 33-jähriger Leipziger eine mit ungewöhnlicher Brutalität geführte Schlägerei. (...)
Die Ursache der Auseinandersetzung ist noch unklar. Die Ermittler schließen jedoch nicht aus, dass es ein Streit zwischen Dealern war.“
Die zweite:
„Das Asylbewerberheim an der Verbindungsstraße zwischen Markkleeberg und Großdeuben entging am Sonntagnachmittag knapp einer Brandkatatstrophe. (...) Ein Ausbreiten des Feuers konnte verhindert werden. Allerdings sind drei Unterkünfte nicht mehr bewohnbar. Ein 56jähriger Polizeibeamter kam mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Auch eine 22-jährige Polizistin und ein 44-jähriger Asylbewerber aus dem Kosovo erlitten Verletzungen. Die Brandursache war bis gestern Abend noch unklar.“
Also erstmal können
„zwei Armenier“
selbtredend keine
„Leipziger“
sein. Wo kämen wir da auch hin.
Daß
„die Ermittler jedoch nicht“
ausschließen können,
„dass es ein Streit zwischen Dealern war“,
liegt einzig und allein daran, daß Bullen wie Journalisten ihr eigenes rassistisches Wunschdenken abriefen – in dem Glauben, die Leserschaft würde auch gleich vermuten,
„dass es ein Streit zwischen Dealern war“.
Anders verhält es sich da im zweiten Fall. Daß
„die Brandursache (...) bis gestern Abend noch unklar“
war, geht ja in Ordnung.
Warum aber genau das Wunschdenken, es würde sich mal wieder bestätigen, daß Nazis am Werk waren, weil genau dies der wahrgenommenen gesellschaftlichen Realität entspräche, hier nicht einsetzt, steht weiter oben.
Man stelle sich auch bloß mal folgende abschließende Sätze bei Meldung zwei vor:
„Die Ursache ist noch unklar. Die Ermittler schließen jedoch nicht aus, dass es“
ein Anschlag Rechtsradikaler war.
So etwas liest man in Deutschland nur, wenn die Bullen schon gesichert wissen, daß Nazis am Werk waren.
Ralf

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Umfrage - PDS-Waehler hoeren Volksmusik, 10.4k

"Die Ursache war bis gestern Abend noch unklar" – Neues Deutschland vom 14.03.2000


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last modified: 28.3.2007