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#264, Februar 2021
#265, April 2021
#266, Juni 2021
#267, August 2021

Aktuelles Heft

INHALT #267

Titelbild
Editorial
• das erste: Die islamistische Rechte. Teil 3. Die Ülkücü-Bewegung: Von der völkischen zur islamistischen Rechten
• kulturreport: »Vom Anderen. Zur Möglichkeit und Unmöglichkeit von Utopien im 21. Jahrhundert«
• interview: Abschiebung heißt …?
• review-corner buch: Postmoderner Kapitalismus: How dare you – Über den Verlust des Nichtidentischen
• review-corner event: AFBL-Brunch
• review-corner buch: Machbarkeitsideologie als Naturbeherrschung
• review-corner buch: »Vorwiegend autoritäre Charaktere«
• position: Being a woman is not just a feeling
• doku: Skateboards sind wichtiger als Grimma
• doku: Rede am offenen Mikrofon zum Thema »Wie sehen unsere und eure Kämpfe gegen sexualisierte Gewalt aus?«
• doku: Dokumentation des Redebeitrags des AFBL bei der Tag der Jugend-Demonstration am 1. Juni 2021
• das letzte: Hausmittel gegen Bauchschmerzen

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Das ist eine Dokumentation des Redebeitrags des AFBL auf der "Tag der Jugend" Demo am 1. Juni.



Dokumentation des Redebeitrags des AFBL bei der Tag der Jugend-Demonstration am 1. Juni 2021

Am Samstag, dem 15. Mai, fand auf dem Leipziger Augustplatz eine pro-palästinensische Demonstration statt. Dort wurden antisemitische Parolen skandiert, die israelsolidarische Gegendemonstration angegriffen und im Nachgang Personen, die Israel-Flaggen bei sich trugen, attackiert. Die Stadt Leipzig, die einst als Hochburg der Antideutschen galt, wird nun in der Innenstadt mit »free palestine«-Plakaten geflutet. Auf Spontandemos und Kundgebungen rufen Teilnehmer/innen judenfeindliche Sprüche wie »Kindermörder Israel« oder wünschen sich eine Welt ohne Israel, z.B. mit dem Spruch »Palestine is free from the river to the sea«. Auch der wöchentliche Samstagsmarkt auf der Eisenbahnstraße war dementsprechend plakatiert. Autokolonnen mit schreienden Männern fuhren mit palästinensischen Flaggen durch den Leipziger Osten. Und auch in Connewitz wurden israelsolidarische Plakate übermalt.Im Kern des ganzen sogenannten Protests stehen die Delegitimierung und Dämonisierung des Staates Israel, die zunehmend offen artikuliert werden, bis hin zu gewalttätigen Übergriffen auf Jüdinnen und Juden. Die Staatspolitik Israels wird mit dem gesamten Judentum gleichgesetzt.Wer waren die 400 Personen auf der israelfeindlichen Demo am Augustplatz? Biodeutsche Student/innen? Warum ist es für viele Leipziger Linke so schwer zu akzeptieren, dass auch migrantische Personen antisemitisch sein können? Es ist kein neues Phänomen, das sich hier zeigt. Die Eisenbahnstraße war auch schon vor der Demo am Samstag mit pro-palästinensischen Stickern voll. Antisemitismus in muslimischen, türkischen und arabischen Communities ist anscheinend für viele Linken ein blinder Fleck. Die Gegendemonstration hätte eine deutlich größere Mobilisierung erfahren, wenn sich die üblichen Neonazis auf dem Augustplatz versammelt hätten.Der Kampf gegen Antisemitismus, auch in Form des Hasses auf Israel, sollte linker Konsens sein, ist er aber leider nicht. Das Tragen des Palituchs als linkem Code ist dafür ein Beispiel. Der Staat Israel wird allzu oft als Projektion genommen, um sich gegen Jüdinnen und Juden zu äußern. Die menschenverachtende Hamas gar als Kämpfer für eine Freiheit gesehen. Was für eine Freiheit soll das sein?

Immer wieder tolerieren Linke Antisemitismus - besonders aus islamischen Communities.Migrant/innen, die von deutschen Linken romantisiert, paternalisiert und dadurch abgewertet werden, gehen auf die Straße und sprechen Israel das Existenzrecht ab. Viele deutsche Linke sehen Migrant/innen als ihre Schutzbefohlenen an und behandeln sie wie kleine Kinder, die es einfach nicht besser wissen können. Die Personen, die am 15. Mai in der Leipziger Innenstadt antisemitische Parolen riefen, sind jedoch Erwachsene, die für ihre Handlungen Verantwortung tragen. Sie sind in der Lage, sich politisch zu organisieren und zu demonstrieren. Eine antifaschistische Linke hat die Aufgabe, niemanden rassistisch zu entmündigen, sondern den Kampf gegen jeden Antisemitismus voranzutreiben.Wer sagt, dass Antisemitismus in Deutschland keinen Platz hätte, lügt. Antisemitismus nimmt in Deutschland einen riesigen Raum ein. Gegen Israel zu sein, ist deutscher Mainstream. Jude wird als Schimpfwort benutzt. Jüdinnen und Juden werden alltäglich angegriffen. Holocaust-Mahnmale werden mit Hakenkreuzen beschmiert, wie zuletzt das Mahnmal in der Gottschedstraße zwei Tage vor der Demo. Eine Linke, die etwas auf sich hält, muss dagegen kämpfen und Israel als legitimen, jüdischen Staat, als Zufluchtsort vor antijüdischer Gewalt gegen die aktuellen Angriffe in Deutschland verteidigen. Antisemit/in ist, wer sich judenfeindlich äußert – egal, was seine oder ihre Herkunft ist. Wir als radikale Linke in Deutschland dürfen zu Antisemitismus niemals schweigen. Free Gaza from Hamas!

30.08.2021
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