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Aktuelles Heft

INHALT #264

Titelbild
Editorial Nr. 2021
• das erste: OMG Katja
• inside out: Die Unterstützungsgruppe stellt sich vor
• inside out: Die U-Gruppe sucht Verstärkung
• neues vom: Neues vom ... Viertel
• position: Conne Elend: Ein Abgesang
• review-corner event: »Nikol, du bist ein Verräter!«
• doku: Fuck the Family
• doku: Positionierung der Radicals Crew
• doku: »Antisexistische Arbeit ist in erster linie auch ganz viel frustrierende Arbeit«
• leserInnenbrief: Zeichen pflastern die Misogynie
• das letzte: Sachsen seucht sich weg

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Neues vom ... Viertel

Über die Verlockungen eines Mythos

Ein unqualifizierter Kommentar

Eine Frage, die trotz allen Trotts meinen Kopf seit geraumer Zeit nicht verlässt, ist die nach der Sinnhaftigkeit linker Militanz in Connewitz.

So sympathisch mir oftmals auch die Triebabfuhr durch Flaschen schmeißen scheint, frage ich mich vielmehr, wie die politische Sphäre vom revolutionsromantischen Klein-Paris sich inhaltlich so entleeren konnte. Während auf der einen Seite eine Gezeitenwende so sehr herbeigeredet wird, dass in Gedanken schon längst die AfD die WM gewonnen und in Thüringen das 24-stündige Reich errichtet wurde, bezieht man sich andererseits unaufhörlich auf Auseinandersetzungen mit Molli und Faustkampf.

Das klassische Bild von Asterix+Obelix gegen die Römer, David gegen Goliath oder postmodern: Connewitz/Antifa gegen die Cops/Faschist:innen. Während die Dichotomie der Geschlechteridentitäten der Vergangenheit angehört, macht man sich es bei der Feindbildkonstruktion noch leicht.

Mit dem Fokus auf ›die Anderen‹ vergisst die Connewitzer Autonomiebehörde, bei aller gut gemeinten Kritik an Fensterscheiben und Mülltonnen, dass ein Fitzelchen fehlt: der Inhalt.

Irgendwann war es doch mal en vogue, auf Argumente mit Gegenargumenten zu reagieren, politische Debatten mit einem Mindestmaß an Selbstkritik und -bewusstsein auszustatten.

Genau da beginnt ein Teil des Problems: viele sind im Connewitzer Volkskörper so aufgegangen, dass Kritik an diesem Konstrukt automatisch zu Kritik am eigenen Selbst wird. Leider lässt sich dies nicht spiegeln; dass Gewalt am Selbst durch ein Kollektiv wirklich aufgelöst wird. In gewisser Form ist dieses ›sich im WIR wohler zu fühlen als im SELBST‹ vor allem eins: Triebabfuhr und ein regressives Krisenlösungsphänomen und als solches unabhängig von politischer Ausrichtung und Habitus zu kritisieren.(1)

Wenn man es nicht im eigenen Kopf aushält, braucht man die Bande, seinen Kiez, seine Dorf- oder Volksgemeinschaft. Connewitz braucht Handgreiflichkeiten.
Andererseits ist es nicht verwunderlich, dass die Staatsgewalt ihre primäre Arbeitsaufgabe ernst nimmt.

Ein Splitter, der hilft, Licht ins Dunkel zu bringen, ist die vom Roten Salon veröffentlichte Broschüre "The Great Connewitz Swindle".

Wer sich kritisch mit einem pointierten, besser formulierten und erhellenderen Debattenbeitrag zur Connewitzer Ideologie auseinandersetzen möchte, dem:der sei dieses Schriftstück wärmstens ans Herz gelegt. Von den Verwerfungen der Wendejahre scheint sich ein roter Faden bis zu den Silvesternächten ohne Covid-19/20 durchzuziehen, den man nicht unbeachtet lassen sollte.

von Tapir

Anmerkungen

(1) Vgl. Adorno/Horkheimer: Dialektik der Aufklärung. Vorwort, S.4 f.

28.04.2021
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