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Aktuelles Heft

INHALT #251

Titelbild
Editorial
• das erste: Für einen Antifaschismus ohne Kompromisse
• inside out: Stellungnahme des Conne Island zum Vortrag von Thomas Maul
Chefket
Danger Dan
Hamburger Gitter
Die Wilde Jagd + New Hook
Zur Theorie des Riots
Drohende Gefahr
• leserInnenbrief: Richtigstellung
• doku: Roter Salon in einem Brief an das Plenum des Conne Island
• doku: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
• doku: REVOLUTION
• das letzte: Letztalltägliches aus dem sich seinem Ende zuneigenden Spätkapitalismus

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Richtigstellung

Lesen ist sehr schwierig. Gerade in politischen Kontexten wird jedes Wort in jedem Text mehrfach gedreht und interpretiert und auch jede noch so abwegige Bedeutung wird durchgedacht und unter die Lupe genommen.
Beim Streit um das Facebook-Posting von Thomas Maul, in dem er schreibt, dass die AfD als »EINZIGE Stimme der Restvernunft im Deutschen Bundestag« erscheint und nicht ist, wurde sehr viel gestritten und für manche hing davon mehr ab als so ein halbgares Posting überhaupt hergeben kann.
Nun ist es vielleicht den Leuten nicht vorzuwerfen, dass sie immer genau das lesen und interpretieren, was ihnen an besten in den Kram passt. Dass dies auch dem Text Das Ende der Fahnenstange aus dem CEEIEH #250 passieren würde, war abzusehen, darum wurden auch an vielen Stellen im Text Hinweise auf vorhandene Polemik und Satire gegeben. Leider nicht genug.
Eine Zwischenüberschrift gelangte zu einem eher zweifelhaften Ruhm und wurde vom 70 Jahre Israel-Bündnis in seiner Stellungnahme folgenderweise aufgenommen: »der ›nicht erst seit gestern für seinen […] Linkenhass bekannte‹ und im Conne Island Newsflyer als ›Nazi-Zombie‹ bezeichnete Thomas Maul«(1). Wo genau im Text Thomas Maul als »Nazi-Zombie« bezeichnet wird, geht aus der Stellungnahme allerdings nicht hervor.
Mit so einem kleinen Seitenhieb ließe sich durchaus noch leben, wenn allerdings eine bundesweite Tageszeitung eine satirische Zwischenüberschrift aufgreift und diese zum Titel eines Artikels macht, ist eine Richtigstellung wie diese notwendig. Das neue deutschland schreibt über den Text nämlich: »Ein Text, der sich mit den »Abgründen des maulschen Antifeminismus« beschäftigt, [...] bezeichnet den »Bahamas«-Mann schließlich in Anlehnung an eine Maulsche Diffamierung der Critical-Whiteness Bewegung als »ideologiekritischen Nazi-Zombie«.«(2). Nun gut, hier wird einerseits richtig zitiert, andererseits aber nicht, denn schließlich lautet die prominent gemachte Zwischenüberschrift »Ideologiekritische Nazi-Zombies« - im Plural.
Nun obliegt es schlussendlich dem Autor, die genaue Bedeutung des eigenen Textes festzulegen und dies soll hiermit auch abschließend getan werden. An keinem Ort meines Textes Das Ende der Fahnenstange wird Thomas Maul als »Nazi-Zombie« bezeichnet. Die witzig gemeinte Zwischenüberschrift ist - wie das neue deutschland durchaus richtig erkannt hat - ein Wortspiel mit Bezug auf den Critical-Whiteness-Text von Thomas Maul und Phillipe Witzmann. Nicht mehr, nicht weniger.
Wer den Text von Anfang bis Ende gelesen hätte und sich nicht nur auf irgendwelche Reizwörter gestürzt hätte, wäre vielleicht auch auf die Idee gekommen, dass eine polemische Beleidigung wie »Nazi-Irgendwas« sicher nicht die Intention des Autors gewesen wäre, der sehr wohl zwischen Ideologiekritik, Polemik und faschistischer Ideologie unterscheiden kann - im Gegensatz zu vielen anderen, die sich zu Wort gemeldet haben.
Einen schönen Tag noch.

von Leauthier

Anmerkungen

(1) Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, online: http://gegen-antizionismus.de/texte/weil-nicht-sein-kann-was-nicht-sein-darf/ Siehe auch die Dokumentation des Textes in diesem Heft (Anm. d. Red.)

(2) »Ideologiekritische Nazi-Zombies«, online: www.neues-deutschland.de/artikel/1096149.szene-streit-in-leipzig-ideologiekritische-nazi-zombies.html

23.09.2018
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