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Aktuelle Termine

CEE IEH-ARCHIV

#230, Februar 2016
#231, März 2016
#232, April 2016
#233, Mai 2016
#234, September 2016
#235, Oktober 2016
#236, November 2016
#237, Dezember 2016

Aktuelles Heft

INHALT #233

Titelbild
Editorial
• das erste: Gott und Staat
• inside out: Jahresbericht 2015
Klub: Electric Island X Veranda X Julian W. SWEET 18
Filmriss Filmquiz
Kleine Bühne Smokers Special

25 Jahre nach dem rassistischen Pogrom von Hoyerswerda
Räbbordy #2 - Das Hip Hop Quiz
DEATH INDEX / LA VASE (CAFEKONZERT)
Endstation Griechenland. Flucht in eine Sackgasse.
Wheelchair Skate Day
Skeletons, White Wine Double Release
All4HipHopJam 2016
Boysetsfire + Wolf Down
• review-corner event: Tag der offenen Tür in der Flüchtlingsunterkunft Braunstraße
• position: »The world has avoided another war«
• doku: Unser Elend ist euer Kapital!
• doku: „Im Tal der Ahnungslosen“ – Rassismus in Sachsen damals wie heute
• doku: Offene Grenzen als Utopie und Realpolitik
Digitalisierung und soziale Verhältnisse im 21. Jahrhundert
• das letzte: Die IHK Leipzig im Kampf um Freiräume für Investorenträume
Neue Titel im Infoladen

LINKS

Eigene Inhalte:
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Editorial

Ein bisschen enttäuscht sind wir darüber, dass wir (d.h. irgendjemand von uns, in irgendeinem Zusammenhang) gar nicht im »Verfassungsschutzbericht« 2015 genannt werden. Schließlich war und ist das für uns ja seit jeher ein wichtiger Bestandteil unserer Identität. Darauf können wir uns etwas einbilden und das verschafft uns einen gewissen anrüchigen Ruf, man könnte es auch (street) credibility nennen. Die Achtung (bzw. Ächtung) durch den Geheimdienst zeigt uns auch die Wirksamkeit – oder besser: Wirkmächtigkeit – des eigenen Handelns an, jedenfalls in gewissem Maße. Es bedeutet, dass man ernst genommen wird. Aber das hat man uns nun abgesprochen. Wir sind gekränkt. Nun denkt man offenbar wir seien harmlos. Dabei haben wir uns, vor allem mit den späteren Ausgaben des letzten Jahres noch einmal richtig Mühe gegeben, unserem Ruf gerecht zu werden. Die LVZ war ja darauf aufgesprungen. Wir möchten nicht unterstellen, dass die Beobachter vom LfV mehr Gespür für Satire haben, aber irgendwie passt es schwer ins Bild, das sich die maßgeblichen staatlichen Behörden von der Bedeutung der linken Szene in Leipzig malen. Ein paar Details des genannten Berichts werden jedenfalls in diesem Heft beleuchtet.
Weitere Details haben unsere investigativen Journalist*innen zu dem Leben von Geflüchteten in Leipzig und Deutschland zu Tage gefördert. Auf euch wartet ein Einblick in eine Erstaufnahmeeinrichtung in der Braunstraße, die noch vor der Eröffnung vom Volk begutachtet werden durfte, was sich Max Mustermann nicht entgehen ließ. Außerdem dabei: ein paar Fakten zu geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen im Kontext von Flucht und Asyl. Selbstkritisch wie wir nun mal sind, fällt uns natürlich auf, dass bei beiden Themen hier die Betroffenen nicht zu Wort kommen. Wie zu oft. Die beiden Autor*innen sind so biodeutsch, dass man es kaum verkraftet von ihnen etwas zu Fluchtsituationen oder -unterkünften zu lesen. Wir sehnen uns deshalb sehr nach mehr Vielfalt und genuiner Erfahrung beim CEEIEH: Wenn ihr jemanden kennt, der jemanden kennt, dann meldet euch bei uns: newsflyer@conne-island.de. Wir mögen auch englische Texte! 
Der letzte englische Text musste allerdings ins Deutsche übersetzt werden, weil er zu kompliziert war. Also übertreiben darf man es auch nicht. Jedenfalls weil wir hier auch so sehr an der Hausarbeitsfront aktiv sind, bringen wir noch eine knallharte politische Analyse zum Iran.
Und wo wir gerade bei religiösen Fanatiker*innen sind: Christi Himmelfahrt ist längst vorüber (die Highlights präsentiert wie schon im vergangenen Jahr unser IM Loepki in der Rubrik »Dokumentiert«), da wollen es die altbackensten unter den Christen nochmal richtig wissen und begeben sich in die sächsische Diaspora, um finanziell vertröstet ihr einhundertstes Katholikentag-Jubiläum zu feiern. Bei der Missionierungsveranstaltung geht es auch um Hegemonie, wie Konrad Adenauer in seiner Eröffnungsrede bereits 1922 ausgeführt hat. Schließlich gab es schon damals diese »Abart von Sozialisten«, die den »politischen und wirtschaftlichen sozialistischen Ansichten allerlei sonstige Fragen der Lebensauffassung, kulturelle Fragen, Fragen der Kunst, ethische Fragen bei[mengte] und so eine Art nichtchristliche [...] Diesseits-Religion« schaffte. Zum Anlass dokumentieren wir den Aufruf der AG Religionsfreiheit zur Sabotage der Feierlichkeiten und weihen euch auf den ersten Seiten in einige Hintergrundinfos des Mega-Events ein. Außerdem beschäftigen wir uns und euch mit den Dauerbrennern Flüchtlingskatastrophe und Rassismus, diesmal in historischer und utopischer Hinsicht.
Achso, und wir brauchen dringend eine*n Footwork-Beauftragte*n. Nicht wegen der Schlaglöcher auf der Zufahrtsstraße zum Island, sondern damit Veranstaltungen wie Deejays On The Low am 21. Mai trotz hochkarätiger Besetzung nicht ohne Kulturtext bleiben. Aber auch so, kommt gern mal vorbeigetanzt. Wir freuen uns immer über neue Gesichter!

Eure red action

23.05.2016
Conne Island, Koburger Str. 3, 04277 Leipzig
Tel.: 0341-3013028, Fax: 0341-3026503
info@conne-island.de, tickets@conne-island.de