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Aktuelles Heft

INHALT #229

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Editorial
• das erste: Welches Recht? Wessen Stadt?
Curse »Feuerwasser 15« Tour
Bane + No Turning Back + Wolf Down + Tausend Löwen Unter Feinden + World Eater + Backtrack + Light Your Anchor + Jail
The Subways
Carnifex + Within The Ruins + Fallujah + Boris the Blade
Antilopen Gang - Aversion Tour 2015
Klub: Electric Island Loves Nachtdigital
Hot Christmas Hip Hop Jam #13
Matinée/ w Coldburn + Twin Red + Angst + Spirit Crusher
New Years Eve CONNE ISLAND DANCE
Marbert Rocel
Fraktus
Radale goes CycloCrossCup
The Black Dahlia MurderBenightedObscenity
Beach Slang
Politische Filmeecke
• doku: Das Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen im Diskurs um Pegida
• doku: Redebeitrag vom 24.10.2015: »Flucht & Vertreibung« – Plakat am Neuen Rathaus in Leipzig
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Curse »Feuerwasser 15« Tour

Support: Sadi Gent

Oh man, was für ein Jahr für einen HipHop-Fan... Nicht nur, dass der Wu-Tang-Clan, Talib Kweli und Mobb Deep Leipzig zum Beben gebracht haben. Darüber hinaus durfte man sich außerdem den großartigen »Nas – Time is illmatic« gefühlte zehn Mal im Pariser Frühling oder auf der Feinkost anschauen. Doch auch die deutsche Hip-Hop-Riege ließ sich nicht lumpen: Audio88&Yassin traten im Island auf, Zugezogen Maskulin in Grünau und K.I.Z. sind nun endlich radiotauglich! Und nachdem die Antilopen Gang nun gleich zwei Mal nach Leipzig pilgert, jetzt nochmal (!) Curse!!!

Curse, Alter! Da zerreißt es mir ja das HipHop-Herz: Curse ist so eine zwiespältige Figur, der Batman des deutschen HipHops: mensch weiß nicht ob er gut oder schlecht, äh böse, ist, ob das alles immer so ernst gemeint war und wie man sich so im Genre vertun kann. Aufgrund von Features u. a. mit Xavier Naidoo oder Silbermond entwickelte ich eine solche Scham diesem Künstler gegenüber, die mich leugnen ließ, dass ich den jemals gut fand. Doch zumindest nachdem Curse es in Böhmermanns und Dendemanns Rapgeschichte geschafft hat, wollte ich noch einmal die eigenen Vorbehalte, die in den letzten Jahren dazu kamen, überdenken, ehrlich zu mir selber sein und dazu stehen, dass Curse mich mal zum Kopfnicken bewegt hat. Und das, weil er gut war. Denn gerade höre ich durch die alten Dinger und erinner' mich daran, wie es war, fünfzehn zu sein: Man machte merkwürdige Sachen, trug schräge Klamotten und versuchte ganz dringend anders zu sein, als all die Mainstreamkids. Ein paar Jahre später sieht man dann Fotos von sich und versucht zu rechtfertigen, was da schief gelaufen ist. Aber irgendwann muss mensch damit aufhören, sich mit diesem Teenager versöhnen, sie umarmen und es einen Teil von sich werden lassen. Und Curse schenkt uns allen zum Jahresabschluss diese Chance.

Denn wenn die Juice, die Bibel des HipHops, bestätigt, zumindest für sein Debut-Album »Feuerwasser«, welches 2000 erschien, dass dieses WEGWEISEND für die Entwicklung des deutschen HipHops gewesen sei, dann lohnt sich vielleicht ein kleiner Rewind und ein kurzer Abstecher in die eigene Teenie-Zeit. Damals, als wir uns Aggro Berlin noch entziehen konnten, hatte Curse ehrlich noch etwas Beruhigendes. So ein Bisschen wütend, aber zu sehr verliebt in das, worum es beim Rappen ja auch geht, nämlich um Sprachakkrobatik und dazu noch ein klein wenig poetische Reimkunst, die leider immer mal wieder zu viel Pathos in sich birgt. Genau wie wir, als wir fünfzehn waren. Mit den »10 Rap-Gesetzen« schenkte er Orientierung und mit Liedern wie »Hassliebe« und »Wahre Liebe« navigierte er einen durch die pubertären Krisen.

Curse sagte später, dass »Feuerwasser« wiederum durch Nas' »Illmatic« inspiriert wurde. Und so schließt sich sowohl das HipHop-Universum, als auch dieses monströse Leipziger HipHop-Jahr zu einem unendlichen Kreis voller Erleuchtung und ich weiß, was Frieden ist. Wir bringen also all unsere Zerwürfnisse mit Curse nun einmal hinter uns und lieben HipHop, als wären wir immer Fan geblieben.


Unterstützt wird Curse an diesem Abend von Sadi Gent. Der Berliner schafft es über die Abgründe des Großstadtlebens zu rappen ohne mit Klischees um sich zu werfen. So gar nicht aggro, sondern eher melodisch rappt der Künstler vom Aufbrechen, Abbrechen und Zusammenbrechen. Dabei fällt vor allem der elektronische Sound mit seinem energischen Bass auf, welcher in Kombination mit den einfachen Rap-Zeilen noch recht extravagant daherkommt. Es darf sich also gefreut werden auf Hip-Hop vom Feinsten.



[mu]

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17.12.2015
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