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Aktuelles Heft

INHALT #216

Titelbild
Editorial
• das erste: Pessimismus, Mythos und Mimesis – »Cascadian Black Metal« als spätmoderne Untergangsutopie1
21. Little Sista Skate Cup
C L O S E R
Zeit der Kannibalen
Ugly Heroes, Barrel Brothers
Benefizdisko!
Mountain Witch, Black Salvation
DEEJAYS ON THE LOW
This Will Destroy You
No -Crap -Flohmarkt
Talking to Turtles
Electric Island - Workshop!
Salon des Amateurs Nacht
Annisokay, Shields
Freddy Gibbs
Drum'n'Bass 2000 Reloaded
FIVA, Average
Evil Conduct
Königsklasse 2014
• doku: It’s complicated!
• doku: Warum starben 400 Kinder in Gaza?
• doku: Die falsche Arbeit der Gesellschaft an sich selbst
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• das letzte: Zur sächsischen Landtagswahl 2014

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Königsklasse 2014

Die guten Kontakte zum Skaters Palace in Münster existieren nun schon eine ganze Weile. Dabei profitieren das Island bzw. seine Besucher immer wieder von den besseren Möglichkeiten bei der Künstlerauswahl. Da ist es dann nur logisch die zwei größeren Veranstaltungsreihen quasi nach Leipzig zu importieren. Den ersten »Schritt« macht dabei die Königsklasse. Man stelle sich also einen langen Konzertabend mit verschiedenen deutschsprachigen Künstlern vor. Ganz nach dem Vorbild der originären Jams, allerdings mit einer starken Fokussierung auf Rap.
Den Auftakt zur ersten Königsklasse in Leipzig macht ein Line-Up rund um die Veteranen aus dem 360° Records Team, Torch & Toni L. Für beide gilt seit jeher der Legendenstatus, den sie sich nicht zuletzt durch ihre gemeinsamen Advanced Chemistry Zeiten erworben haben. Sie bildeten (zusammen mit Linguist) einen Gegenpol zu den Ende der 80er, Anfang der 90er populär werdenden Fantastischen Vier, deren Akzeptanz innerhalb der Szene damals wie heute sehr gering ist. Vor allem inhaltlich ging man mit politischen Texten einen ganz anderen Weg und initialisierte im Prinzip den deutschsprachigen Conscious-Rap. Auch als Solokünstler haben beide mit ihren Alben entscheidenden Anteil an der Entwicklung der hiesigen Szene. Sowohl Torchs »Blauer Samt« (2000), als auch Toni-Ls »Der Pate« (1997)/«Der Funkjoker« (2002) gehören in jedes gut sortierte Plattenregal.
10 Jahre nach der Gründung von Advanced Chemistry entstand die Ruhrpott AG (RAG), quasi als ein Teil der nächsten Generation. Hervorgegangen ist das Kollektiv um Aphore, Galla, Pahel und Mr. Wiz aus den bereits in den Jahren zuvor aktiven Gruppen Filo Joes (Galla, Pahel) und Raid (Aphroe, Wiz). Mit ihrem Debutalbum »Unter Tage« (1998) und »P.O.T.E.N.T.I.A.L.« (2001) prägten sie maßgeblich den Ruhrpott-Sound ab Ende der 90er. Nach ihrer Trennung gingen alle MCs Solowege, so auch Aphroe mit »90« (2012). Dort nahm er sich die Klassiker der amerikanischen Szene, ließ Beats nachbauen und versuchte mit einer Mischung aus reiner Übersetzung und freier Interpretation dem Original so nahe wie möglich zu kommen. Das Ergebnis ist relativ beeindruckend, da nicht nur Inhalt sondern auch Betonung, teilweise Stimme und die Reim-/Flowstruktur sehr präzise sind. Trotzdem hagelte es auch Kritik, da man ihm das Kopieren als unlauteres Mittel auslegte. Davon unbeeindruckt blieb er aber dran und nicht Wenige hoffen nun endlich auf ein richtiges Solorelease, des wohl besten Rap-Lyrikers dieses Landes.
Den Abschluss der Headliner macht Lakmann One. Wie Aphroe stammt auch Laki aus dem Pott und gehört aktuell zu den umtriebigsten MC’s in der Szene. Erstmals deutschlandweit bekannt wurde er aber als Teil von Creutzfeld&Jakob durch »Gottes Werk und Creutzfelds Beitrag« (2000). Das 15 Tracks starke Erstlingswerk zementierte den Status des Ruhrpott-Raps - staubig, düster und kompromisslos. Trotz des relativ großen Erfolges scheiterte man mit dem zweiten Album »Zwei Mann gegen den Rest« (2003), vor allem wegen einer für viele Fans des ersten Albums unverständlichen Beat- und Songauswahl. Betrachtet man sich das Album nach heutigen Gesichtspunkten, waren sie wohl eher der Zeit voraus. So wurde es still um Lakmann und Flipstar, bis vor zwei Jahren mit »2 Gramm gegen den Stress« fast aus dem Nichts ein Soloalbum von Laki erschien. Ab da war er mit völlig verändertem Flow wieder auf der Landkarte, Feature reihte sich an Feature bis hin zum Witten Untouchable Album »It was witten« (2013, zusammen mit Al Kareem und Mess). Dieses Comeback gehört definitiv zu den überraschensten der nahen Vergangenheit.
Neben den etablierten Künstler präsentieren sich zur Königsklasse auch lokale und Nachwuchskünstler. Nachdem Ket, ein bekanntes Gesicht im Island, bereits 2012 zur Königsklasse in Münster auftrat, holt sie diesen Punkt in ihrer Heimatstadt nach. Zur ihr gesellt sich Marz, der erst Ende letzten Jahres sein Mixtape »Hoes. Flows. Tomatoes.« kostenlos im Netz zur Verfügung stellte. Den Abschluss macht der Dr. Cooper Remixer Barack Zobama, einen Namen den man sich unbedingt merken sollte.


Da nicht fest stand, ob Afrob & Megaloh auftreten werden, finden Sie keine Erwähnung.


[Sci.]

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28.08.2014
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