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Aktuelle Termine

CEE IEH-ARCHIV

#210, Februar 2014
#211, März 2014
#212, April 2014
#213, Mai 2014
#214, Juni 2014
#215, August 2014
#216, September 2014
#217, Oktober 2014
#218, November 2014
#219, Dezember 2014

Aktuelles Heft

INHALT #210

Titelbild
Editorial
• das erste: Nicht ohne Verluste
Skindred + special guests
Lesung aus „Gedenken abschaffen!“ zum Diskurs um den 13. Februar
Defeater, Caspian, Landscapes, Goodtime Boys
Kylesa, Sierra, Jagged Vision
Ja, Panik
No Bragging Rights, Light Your Anchor, To The Wind
Klub: Electric island. DJs: Kim Brown, Falke, Elin
Caféshow: Die Nerven + Support
Filmriss Filmquiz
The Ocean, Der Weg einer Freiheit
Benefizdisco
Ugly Heroes (Apollo Brown, Verbal Kent, Red Pill)
Dritte Wahl, Diva­ kollektiv, Auf Bewährung
FAQ: Conne Island
• inside out: Zur Auseinandersetzung mit der Band „Thy Art Is Murder“
• interview: ...mit der Band „Thy Art Is Murder“
• position: Über die Arbeit in Sexarbeit
• doku: German Abstiegsangst.
• doku: Die alternativlose Universität
• doku: Lampedusa – über die öffentliche Diskussion zur europäischen Flüchtlingspolitik
Anzeigen
• das letzte: Faschismus!!!

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Ugly Heroes (Apollo Brown, Verbal Kent, Red Pill)

„Do you feel like a hero? No!” So die erste Zeile des (für mich) 2013 alles in den Schatten stellenden Albums der neuen Formation aus Detroit/Chicago: Ugly Heroes. „An Ugly Hero is considered a myth“ liest man auf der Bandcamp Seite ihres Labels Mello Music Group. Das ist der Name der Brutstätte des Talents, die 2013 mit Releases von Künstlern wie Oddissee, Dudley Perkins, yU, Stik Figa, Gensu Dean, 14KT und Quelle Chris – eins doper als das andere – in der Szene triumphiert hat. Apollo Browns Output beim Label ist seit Jahren ungeschlagen. Auch zur gleichnamigen und bisher einzigen Platte „Ugly Heroes“ steuerte er seine markanten Beats bei. Verbal Kent (Chicago) und Red Pill (Detroit) hiphoppen flowig über Alltagsthemen und werden so selbst zu Helden, deren Superkraft es ist, das Kenner-Ohr zu verwöhnen und die Seele inhaltlich und akkustisch zu berühren. Es ist kein Klischee-Gangsterrap über Drogen, Bräute und Cash, es ist kein Gute-Laune-Party-Hip-Hop. Sie rappen darüber, wie es ist, nicht zu den Coolsten, Besten und Reichsten zu gehören. Auf melancholische Art sprechen sie aus, was jedem schon mehr als einmal durch den Kopf gegangen ist: Selbstzweifel, Selbstzerstörung, Hoffnungslosigkeit, Brokesein, Identitätsprobleme, Leistungsdruck. Ein wiederkehrendes Thema ist die Macht des Geldes in einem wirtschaftlich kaputten System: arbeiten, um zu überleben…

„Money is the root of evil
It‘s got people shooting people
For food on the table, such is human behavior
Before I die, I wanna live
Not work for the rich”
(Track: Graves)

Sie sprechen die hässlichen (ugly) Wahrheiten über das Leben in einer amerikanischen Stadt aus, deren Bevölkerungszahl sich in den letzten drei Jahrzehnten aufgrund wirtschaftlicher Probleme halbiert hat und in der die Arbeitslosenzahlen kontinuierlich steigen - Detroit. Sie zollen damit Respekt an all die hartarbeitenden Alltags-Helden, die eine Familie zu versorgen haben.
Nun aber genug vom Conscious-Aspekt der Drei. Ihre Musik ist Boom Bap! Apollo Brown ist nicht nur mein persönlicher musikalischer Superheld, er ist eine Art Gottheit in meinem Beat-Himmel. Kritische Stimmen lassen sich über seine angeblich monotonen, gleichartigen Produktionen aus. Ich liebe sie, weil seine stampfenden, treibenden Bässe, die Blechbläser-Sounds, die kratzigen Vinyl-Geräusche und sich überlagernden Drums eben seine Signatur ausmachen und sie mich dazu zwingen, mit dem Kopf zu nicken. Als der Bonus-Track „Me“ mit dem Lana del Ray-Sample gedroppt wurde, war ich stundenlang in der Repeat-Schlaufe gefesselt. Während Chi-City Veterinär Mr. Kent, beim Label Rapmechanics gesigned, der Welt verbal den Kampf ansagt, verdreht sich Red Pill, der einigen vielleicht von Kollaborationen mit Hir-O (The Kick, 2013; Dream Within a Dream, 2012) bekannt ist, die Zunge geschickt in fetten Rhymes.
Es ist mir eine große Freude, den Besuch des Trios im Conne Island ankündigen zu dürfen. Dass sie nun tatsächlich am 27. Februar die Bühne des Islands und das sogar im C A F É in passender Atmosphäre und somit garantiert vollem Haus abreißen werden, entschädigt sicherlich nicht nur meine kurzzeitige Enttäuschung im November!

[Jenny Sharp]

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03.02.2014
Conne Island, Koburger Str. 3, 04277 Leipzig
Tel.: 0341-3013028, Fax: 0341-3026503
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