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Aktuelles Heft

INHALT #200

Titelbild
Editorial
• das erste: Zur Frage der Verhältnismäßigkeit von Anlass, Auftreten und Absicht
Stomper 98
Sub.island pres. Sub Sickness
Film: This Ain't California
Murs & Fashawn, Diamond D, Ugly Duckling
Converge, Touché Amoré
Springtoifel
Erobique /live
Jingle Bells
Tischtenniscup
Bingo & Karaoke
Silvester-Disco
Edit
The Ghost Inside, Deez Nuts
We have Band
Studio Braun: Fraktus
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Nicht quatschen – handeln!
Die goldene Brücke zum Romantizismus
Aufruf zur Gründung der Wochenzeitung Jungle World
Ficken!!!
Widerruf und Bekräftigung: Oekonux-Konferenz
No Volksmusik! No Antiamerikanismus!
Eintracht Zwietracht
Krise und Kritik – mitten im Eiskeller
Strafe statt Sühne...
Clement attackiert Verfassungsschützer
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200 Jahre CEE IEH: IN HEFT #8 ANTWORTET HEXE AUF EINEN KRITISCHEN LESERBRIEF ZU WARZONE UND CO.

Nicht quatschen – handeln!

Betrifft Leserbrief von Golfer/C.I. News Flyer/Dezember 1994


WIR wollen den Conne Island-Newsflyer nicht als Hardcore-Sprach- und Diskussionblatt hinstellen, schließlich ist es das Sprachrohr unseres, jawoll unseres und nicht eines Hardcore-Ladens!
Das Zitat hat mich sehr betroffen gemacht, weil es genau das erreichte, wovon sich dutzende von Men-schen die Mäuler zerreißen, um ihren political correctness Anspruch zur Geltung zu bringen. Es geht nicht darum, dass Bands, die aus N.Y. kommen, alle Antifaschismus prägen und auf der Bühne politisch korrekte Statements ablassen, nein, es geht verdammt nochmal um Hardcore.
Als sich irgendwelche Bands im Amiland Anfang der 80er Jahre (z.B. Cause of Alarm, Minor Threat, Youth Brigade usw. ...) aufmachten, um nicht mehr den Punk als Säuferkultur zu erleben, ein anderes Umfeld zu schaffen, Musik zu machen und ihre Konzerte selbst zu organisieren, war die Welt noch in Ordnung. Als dann Mitte der 80er Jahre Bands wie 7Seconds, Stars and Strives, Agnostic Front, SOIA, Youth of Today, Projekt X, Face Value, Warzone ihr Lebenswerk nicht nur in New York fortsetzten, zur gleichen Zeit in Deutschland Musikheroen wie Skeezios, Spermbirds, das ZAP und das Trust (Zines) ähnliches aufbauten, gab es die ersten Klatsche, Tratsche und dumme, wirre Gerüchte.
Der Skinheadkult im Hardcore kommt aus der Straight Edge-Szene, welche bekanntlich auch gegen Mas-sentierhaltung rebelliert. Fakt ist, dass heute Leute, um sich wichtig in den Raum zu stellen und um wichtig vor ihren Kumpels oder in der Szene dazustehen, auf solche dummen Gerüchteküchen (siehe Zitat) noch eins drauflegen und obwohl sie weiß Gott von Jesus und der Welt keine Ahnung haben, Gerüchte in die Welt setzen, um der gesamten Hardcorewelt mehr zu schaden und um sie dadurch unbewusst zu eliminie-ren.
Nachdem 1989 die Besen gefallen sind, kann jeder im Gesamtdeutschland (bin kein Fascho) eine Platte machen, ja ein Bootleg pressen lassen.

Zum Thema Agnostic Front: Irgendein hirnverbrannter Idiot von Bootleger sorgte auf der ganzen Hardcorewelt für Wirbel, in dem er eine Platte presste. White Pride wurde zu den Early Demotracks von Agnostic Front auf die B-Side draufgepresst. White Pride ist eine eindeutig bekannte amerika-nische Faschistenband. Wie sich später herausstellte, wurden vom Bootleger Agnostic Front nicht einmal gefragt. Du oder ihr braucht heutzutage nur einen Konzertmitschnitt, um Euch mit 2.000,- DM Reingewinn im Plattengeschäft betätigen zu können. Plattenpreis 5,-. Das zum Thema Agnostic Front.

Kommen wir zu Slapshot aus Boston. Slapshot, seinerzeit aus Stars und Strives hervor-gegangen veröffentlichten ihre erste Platte auf ....
Sänger Choke und seine Mannen sahen ihre nationalistisch angehauchten Texte als Verarschung, was ein gewisser Teil der europäischen Hardcorebevölkerung zum Anlass nahm, um sie gleich als Faschoband abzustempeln. Desweiteren gibt es genügend Labels auf der gesamten weiten Welt, die sich für die Stars and Strives-LP interessierten. Unter anderem auch das uns allzu bekannte Fascholabel Rock o Rama Records. Choke gab damals einen Teil seiner Platten an dieses Label zum Vertrieb ab. Als bekannt wurde, um welches Label es sich dabei handelt, zog er sofort seine Tonträger zurück. Auch an dem Gerücht, dass seine damalige Freundin oder Frau dagegen war, die Platten zurückzuziehen, ist nichts dran – Hirnloses Gespinne eben.

Da wäre noch Warzone aus NYC. Warzone, mit eine der führenden Bands aus Hardco-rehausen, sind weder faschistoid noch irgend ein anderer Kram. Was ihre Einstellung ist, ist einfach bloß Amerika-patriotisch. Eine Band, die patriotisch ist, bedeutet soviel, dass sie hinter ihrem Land stehen. Hinter ihrem Land stehen, genauso wie Cocksparrer, Business und andere Sterne am Musikhim-mel. Ist denn wer faschistoid, wenn er beim Fußball auf Deutschland hält oder stadtpatriotisch, wenn auf seine Stadt? Skinhead heißt noch lange nicht, dass wer Fascho ist, sondern – Oi!.

Es gibt immer und überall Idioten, die das Skinhead-Image kaputt machen indem sie finsterste dumme Faschosprüche machen, deutsch-nationalsozialistisch denken und sich hinter Dummquatscher wie Worch und Konsorten stellen. Wäre Warzone eine Faschistenband, hätten andere Gruppen in der ganzen Zeit, in der sie schon existieren, niemals mit ihnen zusammengespielt, ja würden in ihren Reihen keine Farbigen mitspielen. Es gibt viel schlimmere Gruppen.

Siehe Pro Pain. Bei Textstellen wie „wir pissen auf alle Obdachlosen“ sind die Hallen voll und niemand regt sich auf, dass es total übertriebene Eintrittspreise sind. Ganz im Gegenteil, da wird erst einmal der Merchandisestand geplündert.
Auch am Ende wieder ein paar schon gesagte Sätze.
Dank unserer kritischen Einstellung zur Entwicklung innerhalb der kleinen Hardcorewelt und der Ange-wohnheit Klartext zu sprechen, haben wir uns in der letzten Zeit nicht nur Freunde in der reichlich schattier-ten Szene gemacht. Die Querelen und kleinen Streitereien weggewischt, wird Hardcore immer das sein, was es schon immer war. Harter Kern einer Protestbewegung, die in verschiedenen Musikformen Ausdruck finden kann.


Hexe

©pusteblume.fotodesign


29.11.2012
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