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Aktuelles Heft

INHALT #195

Titelbild
Editorial
• das erste: Selbstüberschätzung at its best
• das erste: Idealisten am Zügel der Kulturindustrie
Dritte Wahl
Infoveranstaltung zum Antifacamp in Dortmund
Sleep, A Storm of Light
„Many Faces“
Leipzig lebt HipHop
Was kostet die Welt
Rosen für den Staatsanwalt
Blood Red Shoes
Mythos der Stadt
Summerclosing Party
• teaser: Mai 2012 im Conne Island
Editors welcome!
• sport: Flucht vor dem Boykott
Ausstellung: Was damals Recht war
• doku: In Halle werden die Dummen nicht alle!
• review-corner buch: „Wenn der Preis der Revolution die Revolution ist“(1)
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• neues vom: Neues… von der Straße

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Rosen für den Staatsanwalt

Einführungsvortrag und Film

Eher zufällig trifft der reisende Kleinhändler Rudi (Walter Giller) auf den Oberstaatsanwalt Dr. Schramm (Martin Held), in dem er jenen Richter wieder erkennt, der ihn kurz vor Kriegsende wegen einem Schokoladen-Diebstahl zum Tode verurteilt hatte. Schramm und die deutsche Nachkriegsgesellschaft aber haben ein eher schlechtes Gedächtnis. Zwar erinnert man sich gerne an die 'gute, alte Zeit' aber nicht an die eigene Schuld. Die braune Vergangenheit bleibt unter den Richterroben und weißen Westen des Wirtschaftswunderlandes verborgen.

Im Frühjahr 1959 kam Regisseur Wolfgang Staudte die Filmidee, nachdem er in einer Zeitungsnotiz von einem Wehrmachtsrichter gelesen hatte, der in den letzten Kriegstagen noch Todesurteile wegen Bagatelldelikten gefällt und nach dem Krieg in der Bundesrepublik Karriere gemacht hatte. Angesiedelt zwischen den vergangenheitspolitischen Auseinandersetzungen der 1950er Jahre nimmt Staudte in „Rosen für den Staatsanwalt“ das Verschweigen, Verleugnen und Verdrängen personeller und politischer Kontinuitäten in der Bundesrepublik in den Blick und steht gleichzeitig selbst am Übergang zu einer intensiveren und breitenwirksameren Beschäftigung mit der Nazizeit und den begangenen Verbrechen.

„Rosen für den Staatsanwalt“ wurde mehrfach ausgezeichnet; Staudte selbst nahm den deutschen Filmpreis für die Beste Regie aber nicht an, weil er vom damaligen Innenminister Schröder, der einst bei der SA war, die Auszeichnung nicht entgegennehmen wollte. 

Einführung von Dr. Tobias Ebbrecht, Filmhistoriker und wissenschaftlicher Mitarbeiter für Medienwissenschaft an der Bauhaus-Universität Weimar. Autor von „Geschichtsbilder im medialen Gedächtnis. Filmische Narrationen des Holocaust“ (Bielefeld 2011).

Eine Veranstaltung der Initiative „Geschichte vermitteln“ in Kooperation mit dem Conne Island.

Film

 

01.05.2012
Conne Island, Koburger Str. 3, 04277 Leipzig
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