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Aktuelles Heft

INHALT #182

Titelbild
Editorial
• das erste: Unsere Insel stinkt
„ …a Mala Beat is a Mala Beat is a Mala Beat is a…“
Springtoifel
Karnivool, The Intersphere
The Creator: Pete Rock & CL Smooth
Napalm Death, Immolation, Macabre
Hot Christmas Hip Hop Lounge
Paperclip Release Night
We can feel the mountains in our skin and bones
Clash of the Monsters
Weihnachts-Tischtennis-Turnier
Man overboard
Caliban
Snowshower
NYE @ Conne Island
Kritik und Ressentiment
Veranstaltungsanzeigen
Großbaustelle Conne Island
Konzertabsage Maroon
Zur Absage der Veranstaltung mit Justus Wertmüller
• doku: Vielfalt tut gut
• doku: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde
Es gibt tausend gute Gründe
Resultat einer infantilen Inquisition
Zu den Texten in diesem Heft
• review-corner film: Keeping it unreal
• doku: Sizilianische Verhältnisse
• doku: Macker, verpiss Dich!
Sind die Dichotomien unser Unglück?
Anzeigen
Punktsieg für den Antirassismus oder Reproduktion rassistischer Ausgrenzung?
• das letzte: Voll leer

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Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

Vortrag und Diskussion mit Justus Wertmüller

Dienstag, den 21. Dezember 2010 um 19 Uhr
Geisteswissenschaftliches Zentrum Leipzig, Hörsaal 2010, Beethovenstr. 15
Eintritt: 2 EUR

Die Debatten über Einwanderung in Deutschland der letzten Jahre sind von einer kaum mehr zu überbietenden Verlogenheit. Während der keineswegs nur ostzonale Ausländer-Raus-Block in jüngster Zeit sich islamkritisch aufplustert, um über political incorrect oder als Sarrazin-Fan-Gemeinde seine Hassbotschaften ins Land zu schicken, spielt das political korrekte Deutschland jeden Einwand gegen weniger schöne Entwicklungen in den Parallelgesellschaften routiniert herunter und denunziert die Kritiker als Rassisten. Die einen unterstellen der größten Zuwanderergruppe im Land, den Türken, sie produzierten massenhaft Kopftuchmädchen und lehnten die Mehrheitsgesellschaft pauschal ab, die anderen lassen es zu, dass die Gesandten Ankaras im türkischen Verbandswesen als berufene Sprecher der türkischen Minderheit ihren nationalchauvinistischen und/oder islamistischen Denkmüll als ernst zu nehmende Debattenbeiträge beisteuern. Das ganze vollzieht sich als Integrationsdebatte, die ihre eigenen Voraussetzungen nicht zu benennen weiß.

Wo hinein sollen sich die Zuwanderer eigentlich integrieren? Ist die Zugehörigkeit zur sogenannten Mehrheitsgesellschaft eigentlich auch anders als durch eine Art Arierausweis auszumachen? Gibt es die neuerdings beschworene christlich-jüdische Tradition wirklich und was soll das eigentlich bedeuten? Oder soll die Mehrheitsgesellschaft der Zukunft ein Patchwork der Minderheiten sein, die jeweils ihre völkische, kulturelle und religiöse Identität als absolut schützenswertes Gut hochhalten? Dass man in Deutschland traditionelle ein Problem mit der individuellen Freiheit hat, dürfte bekannt sein. Man lebt zwar so frei wie nie zuvor in diesem Land, auch als Frau, Schwuler oder Linksradikaler, zugleich gehört es zum guten Ton, alle Voraussetzungen dieser persönlichen Freiheiten pauschal zu verunglimpfen und öffentlich gegen ihre Verteidigung zu agitieren. Das, was man an der islamischen Formierung zu kritisieren hätte, die autoritäre kollektive Zurichtung ihrer Angehörigen in einem Zwangsverband, der keinen Notausgang mehr haben soll, will man in Wirklichkeit selber. So beginnen die Ideologen der offenen Zuwanderergesellschaft an den Migranten zu schätzen, was die schwächsten unter ihnen am meisten fürchten: Die Ethnisierung, die Verbannung in die Parallelgesellschaft, der große Terror der autochthonern Kultur und Religion. So werden aus Leuten mit türkischem Familienhintergrund Muslim und Muslima, eine Konstruktion, die mit der Lebensrealität und den privaten Wünsche und Sehnsüchten der meisten in Deutschland lebenden „Türken“ nichts zu tun hat, sondern nur die Begehrlichkeiten ihrer selbsternannten Verwalter widerspiegelt. Das alles geschieht, weil man sich mit Tayiip Erdogan darin einig ist, dass Assimilation ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit sei, also ein Ethnozid, wie man das auf multikulturell auszudrücken pflegt.

 

30.11.2010
Conne Island, Koburger Str. 3, 04277 Leipzig
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