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Das Freigelände

Der Schnee ist getaut, wärmer wirdís, der Frühling kommt. Und wie in jedem Jahr befällt mich beim Aus-dem-Fenster-schauen das Gefühl, ich würde hier auf einer Müllhalde arbeiten. Flaschen, Büchsen, Papier und was sonst noch so in Mülltonnen liegen sollte, gammelt draussen herum. Jedesmal, wenn ich dieses Bild sehe, frage ich mich wie es wohl in den Wohnungen, Betten oder sonstigen privaten Räumlichkeiten unserer Besucher aussehen mag. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß Ihr bei Euch zu Hause auch über Wochen und Monate alles, was nicht mehr zu verwenden wäre einfach fallen lasst. Aber wenn es nur das wäre. Da gehen in vielen unseren Besuchern archaische Instinkte durch, und es wird das Gelände zum pissen, kotzen und was weiß der Geier noch benutzt (ich weiß, unsere Klos sind nicht die schönsten, sie sind nichtsdestotrotz benutzbar und für die, die es noch nicht wissen: Im Saal und im Vorderhaus zu finden). Eine andere Geschichte in diesem Zusammenhang wäre die unserer ach so fortschrittlichen Zeitgenossen, die meinen, sie müssten, um ein Konzert oder das Cafe besuchen zu können, mit ihrem Individualverkehrsmittel (Auto) möglichst bis in die entsprechenden Gebäude hinein fahren. Und den Rest besorgt das völlig blinde Umhergetrample der Leute und nicht zu vergessen unsere vierbeinigen Freunde, die auch sehr merkwürdige Angewohnheiten haben.

Ich will jetzt nicht all unseren Besuchern derartige Dinge unterstellen, aber diejenige die sich hier halbwegs so verhalten als wäre das Gelände der Garten ihrer Oma sind dermaßen in der Unterzahl, das ich sie eigentlich alle persönlich kenne.
Mit nicht allzuviel Boshaftigkeit kann man einen gewaltigen Widerspruch zwischen unserem Anspruch, nämlich die Grenze zwischen Konsumenten und Machern aufzuweichen konstatieren. Irgendwie scheint ihr zu denken wir wären hier, um Euch den Müll hinterherzuräumen. Die Kraft und die Zeit, die wir dafür brauchen würden wir liebend gerne dazu einsetzen, Dinge hier aufzubauen, und glaubt mir es gibt noch auf Jahre zu tun.
Seit froh darüber das ihr hier ein Fleckchen habt wo es sich herrlich abhängen lässt, ohne das einen von überallher Verbotsschilder angrinsen. Seit froh darüber, daß es hier ein Gelände gibt, das nicht als Spekulationsobjekt dient oder zubetoniert wird.
Wir sind nicht die absoluten Ökofreakler , aber es würde uns vieles leichter machen, wenn ihr Euren Müll in die Papierkörbe oder in die Mülltonnen befördern würdet (Papierkörbe = die runden Steindinger mit dem Loch oben drin, Mülltonnen = die seltsamen Geräte am Saal zwischen Saal und Haus). Es würde den Pflanzen gut bekommen, wenn ihr nicht überall umhertrampeln würdet. Laßt Eure Autos bitte draussen stehen und kommt das kurze Stück zu uns gelaufen. Liebe Rollsportler auch der Müll an der Ramp müßte wohl auch nicht sein?

In der Hoffnung, daß wir nicht zu solchen Mitteln wie Schilderchen aufstellen oder Stacheldraht greifen müssen oder das wir gezwungen sind, wie die Cerberusse über den Hof zu springen, verbleiben wir

Kay & Phillip

P.S. Klingt ganz schön nach Moralpredigt oder? Musste aber sein.


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last modified: 28.3.2007