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Termin: 24.10.2010

Café

Sonntag, 24.10.2010, Einlass: 20:00 Uhr, Beginn: 21:00 Uhr

DOOM - EUROPE TOUR 2010

DOOM (aka MF Doom, Madvillain, Viktor Vaughn, Super-Villain, Metal Face, Danger Doom)
Black Milk & Live-Band (Fat Beats, Detroit)
Hiob (aka V-Mann, Spoken View, Berlin)

Pre- & Afershow:
That Fucking Sara (Berlin / Denmark)
V.Raeter (Spokenview, Berlin)
Tricky Tess (Berlin)

siehe auch: metalfacedoom.com, facebook.com/mfdoom, soundcloud.com/trickytess, myspace.com/mfdoom, myspace.com/thatfuckingsara, myspace.com/vraeter, myspace.com/hieronymuz81, myspace.com/blackmk
DOOM-Europe Tour 2010

Connewitz: Bürger von Leipzig, und Bürger dieser Welt! Was schon eine Weile in der Gerüchteküche vor sich hin brodelte, wurde jetzt von unabhängigen Quellen bestätigt: Die diesjährige Apokalypse wird mit den vier Buchstaben D O O M buchstabiert. Ja, Ihr habt richtig gelesen – kein Geringerer als das fiese Metallgesicht Daniel Dumile Thompson wird im Oktober dieses Jahres die Bühne des Conne Island mit seinem Antlitz verschönern und bei dieser Gelegenheit wahrscheinlich gleich die halbe Stadt mit in den Abgrund reißen!

Wie konnte es soweit kommen?

Unsere Dorfältesten erinnern sich vielleicht noch vage an Geschichten über eine Gruppierung namens KMD, welche in den frühen Neunziger Jahren mit Anschlägen auf den guten Geschmack der amerikanischen Mittelschicht Aufmerksamkeit erregte. Die Gruppe bestand zu zwei Dritteln aus Thompson und seinem jüngeren Bruder Subroc, welcher durch einen Autounfall sein Leben ließ. Dem ketzerischen Treiben von KMD wurde daraufhin vom musikalisch-industriellen Komplex ein Riegel vorgeschoben und die Welt glaubte sich wieder einmal in Sicherheit.

Wie falsch diese Einschätzung war, ließ sich allenfalls erahnen, als Jahre später ein obdachloser Maskierter wutentbrannt auf die Bühnen des Nuyorican Poets Cafés in Manhattan trat, der sich schon bald als ein gewisser MF Doom zu erkennen gab. Unter jenem Pseudonym veröffentlichte Thompson auch seine berüchtigten ersten Verbalpamphlete auf dem legendären Fondle `Em-Label und im Anschluss das Debutalbum „Operation: Doomsday“. Obwohl dieses Standardwerk der modernen Rap-Geschichte die aktuellen Ereignisse bereits im Titel vorwegnahm, wurde seine Bedeutung in den Wirren der Milleniumwende von den Verantwortlichen auf geradezu fahrlässige Weise heruntergespielt.

Nur kurze Zeit später führte der neue Superschurke dann das dreiköpfige Weltraummonster King Ghidra in die Schlacht gegen die bestehende Weltordnung der Majors. Auch hier schauten die Behörden tatenlos zu. Nach stakkatoartigen Veröffentlichungen in Form weiterer Remix- und Soloalben sowie zahlreichen Kollabos mit bei der jüngeren Generation als „angesagt“ geltenden Künstlern wie Madlib und Dangermouse war es dann schließlich zu spät – das Phänomen DOOM hatte die Welt nachhaltig verändert. Und während die Musikindustrie noch immer die Wunden des digitalen Zeitalters leckt, ist US-Rap wieder authentisch geworden.

Nun ist es also auch hierzulande soweit. Manche mögen behaupten, dass unser kleines Städtchen viel zu lange vor einem Besuch dieser zu Fleisch gewordenen Chimäre aus Cartoon-Bösewicht und Rap-Gott verschont geblieben ist. Doch worauf muss der mündige Bürger achten, wenn er oder sie dem jüngsten Gericht entgegen tritt? Am besten sind jene beraten, die sich noch heute von all ihren Besitztümern trennen und sich dafür sämtliche Alben von und mit DOOM kaufen. Lernt die Texte auswendig. Druckt Euch die Maske auf`s Shirt. Verabschiedet Euch knapp von Euren Familien, meditiert die zwei Wochen vor dem Gig. 24.10.2010 – DOOMSDAY.

Ingmar



[aus dem CEE IEH #180]

21.04.2011
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