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Aktuelles Heft

INHALT #219

Titelbild
Editorial
• das erste: -Break the Silence-
• inside out: Skinheadkultur im Conne Island – Eine Herzensangelegenheit
Stomper 98, Grade 2, Soifass
Tuvia Tenenbom "Allein unter Deutschen"
Terrorgruppe, Radio Havanna, Lulu & die Einhornfarm
4 Promille, Toxpack
At the Gates, Tryptikon, Morbus Chron
Sascha Lange: Connewitz zwischen Straßenschlachten und Kiezromantik - Die Entstehungsgeschichte eines Mythos
Halftime: caramba! records
Bingo Hüttenzauber
Hot Christmas Hip Hop Jam #12
For the Kids Fest Pt . 2
Loikaemie
Klub: How deep can you start?
• position: Zur innerlinken Debatte um die Akzeptanz und Unterstützung antisemitischer Klüngel
• review-corner event: Beklatscht und Verhöhnt – Die Antisemit_innen vom AK Nahost und die Identitäre Solidarität mit Israel
• doku: Saudi Arabi Moneyrich – oder Haftbefehls ambivalente Befreiung vom Antisemitismus
• doku: »Deutsche Tugenden werden Rumänien verändern«1
• doku: »Islamischer Staat«: Vom Terror zum Kalifat
• doku: Von Moskau bis Mossul
• doku: »Baut eure Zivilgesellschaft doch in Leipzig auf, nicht in Israel«
• doku: Im Asyl
Anzeigen
• das letzte: Rezension: Thomas Maul – Drei Studien zu Paulus.

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Terrorgruppe, Radio Havanna, Lulu & die Einhornfarm

Mein Skateboard ist wichtiger als Deutschland war einer jener Songs, der des Öfteren lief, als ich versuchte per Ollie die ersten Bordsteine zu überwinden. Er war zwar damals schon ein paar Jahre alt, aber im Freundeskreis wurde gerade das Live-Album Blechdose zum Nachbrennen herumgereicht. Nazis im Haus und Wir müssen raus wurden Klassiker auf den ersten Sturmfrei-Partys mit den falschen Nachbarn, der BVG-Song und die dicken Deutschen schallten durch’s Abteil, als wir noch mit dem Länderticket zu Festivals fuhren. In einer ihrer letzten Singles bewiesen Terrorgruppe einiges an Weitsicht, indem sie lange vorm deutschen Polit-Feuilleton Angela Merkel als »Frau Vorsitzende der Opposition / ohne Form, ohne Funktion« betitelten.
Nach der 2004er Tour war dann plötzlich Schluss, ein Teil setzte das Spiel als The Bottrops fort und produzierte nebenbei fleißig andere. Anfang letzten Jahres erschien mit siebenjähriger Verspätung eine Video-Dokumentation über die Bandgeschichte (Sündige Säuglinge), bei deren Arbeit wohl, hach ist das sentimental, langsam die Entscheidung zum Comeback heranwuchs. Die Rohe Weihnachten-Tour trägt den selben Titel wie die Abschiedstour damals. Also im Grunde nix geschehen und eigentlich alles wieder wie früher? We’ll see.
Mein Skateboard war jedenfalls nie mein Skateboard, sondern nur das ausrangierte meines jüngeren(!) Bruders, über den Bordstein-Ollie bin ich nicht viel drüber rausgekommen und auch so konnte ich nie so schnell fahren, wie’s der Terrorgruppe-Soundtrack hätte hergeben müssen.
Als ich im Herbst nachmittags an einem Leipziger Gymnasium vorbeikam, übten dort zwei gebührlich mit Skatemarkenklamotten ausstaffierte Endzwanziger Ollies neben den Tischtennisplatten. Auch Terrorgruppe sind älter geworden. Das auf der aktuellen EP Inzest im Familiengrab vorgelegte Tempo kommt live dann zum Glück doch etwas schneller und weniger bluesig daher. Die Schadenfreude und der Hass auf Deutschland sind nach wie vor sehr groß, Aggropop eben.

Radio Havanna liefen mir zum ersten Mal mit ihrem Aicha-Cover auf einem Punkchartbusters-Sampler über den Weg. Das war nicht so schön und so hab ich ihren Namen wieder vergessen. Jahre später dann auf dem Highfield wieder entdeckt, mit allem was an Bierduschenschaum und Moshpit-Staub dazu gehört. Anders als Terrorgruppe (»10% politisch korrekt und 90% politisch inkompetent«) wird hier auch Politik bis auf ZDF-Bühnen hinauf gemacht. Die musikalische Nähe zu Bands wie Anti-Flag hat auf dem letzten Album ihren Ausdruck in einem Duett mit deren Frontsänger Justin Sane gefunden.

Lulu & die Einhornfarm haben einen einfallslosen Namen und Grundkenntnisse im Umgang mit Microsoft Paint. Das erste ergooglete Youtube-Video trägt den Titel Ich bin so verliebt und ist, anders als der Tribute to Bierschiss und Ficki ficki 10 Euro, mit einer Inhaltswarnung versehen. Liebhabersache für Deutschpunk-Fans, die statt Hanns Martin Schleyer lieber tote Crackhuren im Kofferraum liegen haben.



[shadab]

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18.12.2014
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